Kurzbesuch auf der Kyrburg

Nach unserem Besuch in der Jack Daniels Distillery am Ende unseres USA-Urlaubs 2015 hatte Klaus sein Interesse an Whiskey entdeckt. Und so habe ich ihm zum Geburtstag ein Whiskey-Tasting auf der Kyrburg geschenkt. Dort werden jeden Monat mehrere Tastings zu unterschiedlichen Themen angeboten. Klaus entschied sich für „amerikanische Whiskeys“.

Da die Kyrburg ungefähr 1,5 Stunden Fahrt von uns zuhause entfernt liegt, haben wir uns im Ort Kirn eine Unterkunft für die Nacht gesucht. Gegen 16 Uhr trafen wir also in der Whiskey Mansion von Max Franzmann ein. Er begrüßte uns selbst und wir waren erst etwas perplex, denn er begrüßte uns auf Englisch. Nach ein paar Sätzen hatten wir dann aber geklärt, dass deutsch vollkommen in Ordnung ist. Er zeigte uns die Räumlichkeiten, die sehr passend zum Namen dekoriert sind mit vielen (leeren) Verpackungen von Whiskey-Flaschen. Im Frühstücksraum hat man einen schönen Ausblick über Kirn, da die Mansion etwas oberhalb gelegen ist. Auch einen Teil der Burg kann man sehen. Anschließend führte er uns in unser Zimmer, das wirklich schön eingerichtet ist. Der Boden ist mit Schiefer gefliest, auf einer Kommode steht Whiskey für einen Absacker bereit, es gibt ein gemütliches Bett sowie eine Couch. Auch zwei Pralinen zur Begrüßung lagen bereit.

Man merkte schon hier, dass Herr Franzmann sein Gästehaus mit viel Liebe zum Detail führt.

Das Whiseky-Tasting begann um 18 Uhr auf der Kyrburg und Herr Franzmann hatte uns angeboten, uns hinzufahren. Da aber schönes Wetter war, entschlossen wir uns zu laufen. Der Weg ist leicht zu finden und in 20 Minuten waren wir dort. Im Tasting inbegriffen ist ein Abendessen im Restaurant der Burg und so meldeten wir uns bereits im Restaurant an und bekamen dann auch den Tisch für das Essen gezeigt. Zu unserer Freude konnten wir draußen sitzen. Wir genossen die Aussicht auf Kirn und das schöne Wetter:

Nach einer Weile kamen die übrigen Teilnehmer des Tastings zusammen, so dass wir uns schon etwas bekannt machen konnten. Um 18 Uhr ging es dann vor dem Restaurant mit Dudelsackmusik los, interessante Infos rund ums Dudelsackspielen gab es gleich dazu.

vlcsnap-2016-07-24-11h15m01s030

Der Begrüßungscocktail war natürlich auch mit Whiskey und sehr lecker:

20160709_180344

Das anschließende Essen war als schottisch inspiriert angekündigt. Da wir noch nie in Schottland waren, konnten wir nicht beurteilen, ob das umgesetzt war. Aber es war lecker und reichlich:

Nach dem Essen gingen wir in das Whiskey-Museum in den Keller der Burg, wo das Tasting stattfinden sollte. Die Einrichtung ist wirklich klasse. Auf Regalbrettern an den Wänden stehen unendlich viele Whiskey-Flaschen:

Durch das Tasting leitete uns Horst Kroll. Er sagte einleitend, dass eigentlich sein Kollege an seiner Stelle stehen sollte, da dieser absoluter Experte auf dem Gebiet amerikanische Whiskeys, aber krank sei. Er wäre eher Experte im Bereich der schottischen Whiskeys. Nichtsdestotrotz hat er auf uns sehr kompetent gewirkt und hat uns von Anfang an gefesselt.

Jeder bekam 6 Gläser mit je einer kleinen Menge Whiskey sowie einen Einstiegs-Whiskey:

Herr Kroll erklärte zu jedem Whiskey alles Wichtige bis wir dann probieren durften. Er stellte auch mehrmals die Unterschiede zu vorherigen Whiskeys heraus, was interessant war. Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch mehrere Videos, die auf einer Leinwand gezeigt wurden. Uns hat es dabei sehr gefreut, Videos aus der Jack Daniels Distillery zu sehen, da wir die Bilder natürlich wiedererkannten.

Eigentlich war zum Abschluss des Tastings Live-Musik geplant. Da der Musiker aber erkrankt war, gab es Musik vom Band und als Entschädigung einen 7. Whiskey zum Probieren. Ebenfalls zum Abschluss wurde eine Gulaschsuppe bereitgestellt. Allerdings waren die meisten noch viel zu satt vom Abendessen, um diese wirklich genießen zu können.P1020021

Bei Bezahlung bekamen wir jeder eine Urkunde überreicht:

Eigentlich hatten wir vor mit dem Taxi zum Hotel zurück zu fahren, aber es stellte sich heraus, dass das Taxi-Unternehmen in Kirn Pleite gemacht hatte. Somit hätte ein Taxi aus Idar-Oberstein bestellt werden müssen, was unverhältnismäßig teuer geworden wäre. Wir entschlossen uns zu laufen. Das bedeutete zwar, dass wir im Stockdunklen über den Friedhof laufen mussten, etwas unheimlich, aber zu zweit ging es.

Am nächsten Morgen gingen wir, wie am Abend vorher verabredet, um 9 Uhr zum Frühstück. Wieder zeigte sich, dass Herr Franzmann sehr viel Liebe in sein Hotel steckt. Es war zweimal für je zwei Personen gedeckt. Es standen frische Brötchen, Orangensaft, Wurst, Käse, Baguettescheiben mit Lachs, Eier, Krabbensalat, Joghurt und Obst bereit. Es war purer Luxus.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen, ich zahlte das Zimmer (60€ pro Person) und wir fuhren wieder nach Hause.

Abschließend kann man sagen, das Tasting auf der Kyrburg hat uns sehr gefallen. Da es so viele verschiedene Themen gibt, die angeboten werden, finden sicher alle das richtige. Es besteht auch die Möglichkeit, lediglich als Begleitperson mitzugehen. Dann kann man mitessen, bekommt aber keine eigenen Whiskeys zum Tasting. Natürlich zahlt man dann auch weniger, ich denke aber, dass es eine gute Lösung ist, wenn man mitgehen möchte, aber keinen Whiskey mag. Ebenso können wir die Whiskey Mansion sehr weiterempfehlen. Sollten wir erneut zu einem Tasting auf der Burg gehen, würden wir wieder bei Herrn Franzmann übernachten.

Schreibe einen Kommentar