Mit 16 war ich für 10 Monate in den USA und habe bei einer Gastfamilie gelebt. Ich habe mich damals sehr wohl dort gefühlt und als meine Gastschwester mir 2014 schrieb, sie würde im nächsten Jahr heiraten, stand für mich fest, da will ich dabei sein. Wir haben dann beschlossen einen 2-wöchigen Urlaub daraus zu machen. Meine Gastfamilie wohnt irgendwo im Nirgendwo in Mississippi, ca. 2 Stunden nördlich von New Orleans. So hatten wir schon unser erstes Ziel. Am Ende wurde eine Art Musikreise daraus von New Orleans, der Wiege des Jazz, über Memphis mit Rock ’n Roll und Blues nach Nashville, der Heimat der Country Musik. Als weitere Ziele haben wir uns Biloxi, Baton Rouge und Natchez ausgesucht.
Der Hinflug ging von Frankfurt über Dallas nach New Orleans. Sonntagmorgen Ende April ging es los und aufgrund der Zeitverschiebung waren wir Sonntagabend in New Orleans. Wir haben dann unseren Mietwagen geholt, im St. James Hotel eingecheckt und sind was essen gegangen. Der erste Burger auf amerikanischem Boden:

Mehr Infos zu unseren Erlebnissen in New Orleans findet ihr in einem extra Beitrag.
Da wir uns für diese Stadt Zeit lassen wollten, waren wir 4 Tage dort, dann sind wir weiter nach Biloxi gefahren. Die Stadt liegt an der Golfküste und kommt in einigen Büchern von John Grisham vor. Ich hatte vorher recherchiert, ob es dahingehend etwas zu besichtigen gibt und tatsächlich gibt es ein Restaurant, das erwähnt wird, Mary Mahoney’s:

Wir hatten von New Orleans aus bei Tripadvisor nach Hotels in Biloxi gesucht und das Beau Rivage gefunden. Es ist das einzige MGM Grand Casino Hotel außerhalb von Las Vegas:

Der Vorteil für uns war, dass die Nacht mit ca. 85$ ziemlich günstig war, obwohl das Hotel eins der besten auf der Reise war. Wir haben ein Zimmer in einem der oberen Stockwerke bekommen, so, dass wir eine tolle Aussicht hatten:
Abends sind wir im Restaurant vom Hotel essen gegangen und waren anschließend im Casino. Gespielt haben wir nicht, aber zu beobachten, wie gespielt wird, wie die Leute agieren und die Atmosphäre mit zu bekommen, war sehr interessant. Fotografieren war nicht erlaubt, was wir erfuhren, nachdem wir ein Foto gemacht hatten:

Da wir diesmal kein Frühstück inbegriffen hatten und unbedingt einmal in ein typisches Diner wollten, gingen wir am nächsten Tag ins Waffle House gegenüber von unserem Hotel. Wir kamen uns tatsächlich wie im Film vor. Es war laut, wir wurden mit großem Hallo begrüßt, Kaffee gab es als free refill aus der Kaffeekanne, herrlich. Für den Spaß hat sich gelohnt:
Nun ging es weiter zu meiner Gastfamilie. Mit denen haben wir das Wochenende verbracht und Montag ging es dann weiter nach Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas. Dort haben wir das State Capitol besucht, ein ziemlich hohes Gebäude mit Aussichtsplattform, die man umsonst besuchen kann. Von dort hat man eine tolle Aussicht über die Gegend:
Zufälligerweise lief gerade eine Sitzung des Parlaments, die wir besuchen konnten. Es war sehr interessant zu beobachten, wie Personen aufstanden und für ihre Sache sprachen. Im Anschluss wurde abgestimmt und man konnte tatsächlich an einer großen elektronischen Tafel erkennen, wer dafür oder dagegen gestimmt hatte:
In Baton Rouge blieben wir ebenfalls nur eine Nacht und fuhren dann am nächsten Tag weiter nach Natchez. In dieser Stadt findet man etwas, das ein wenig an das, was wir Europäer als Altstadt bezeichnen würden, herankommt. Es gibt viele verschiedene Geschäfte, vor allem Antiquitätenläden:
Wir waren aber vor allem wegen der Antebellum-Häuser dort, Häusern aus der Zeit vor dem Sezessionskrieg 1861. Es sind wirklich wunderschöne Häuser, die man besichtigen kann:
Des Weiteren haben wir uns die St. Mary Cathedral angeschaut:
Wieder blieben wir nur eine Nacht und fuhren anschließend weiter nach Memphis. Hier hatten wir wieder mehr Zeit eingeplant und blieben zwei Nächte, so dass wir genug Zeit hatten, Elvis‘ Haus zu besichtigen. Auch über unsere Zeit in Memphis findet ihr einen gesonderten Beitrag.
Für die letzten zwei Tage fuhren wir weiter nach Nashville. Eigentlich wollten wir hier auch nur zwei Nächte bleiben und dann über Dallas wieder nach Hause fliegen. Aber ein Unwetter in Dallas machte uns einen Strich durch die Rechnung, unser Flug Nashville-Dallas wurde gestrichen, wodurch wir natürlich unseren Heimflug Dallas-Frankfurt ebenfalls vergessen konnten. Wir wurden aber direkt auf einen Flug am nächsten Tag, dann über Atlanta, umgebucht. Nachdem wir den Schock etwas verdaut hatten, buchten wir einen neuen Mietwagen und suchten uns ein Hotel für die Nacht. Den Tag haben wir dann für einen Besuch in der Jack Daniel’s Distillery genutzt. Auch zu Nashville und dem Besuch in der Distillery gibt es weitere Ausführungen in einem extra Beitrag.
Wir hatten unseren Trip ziemlich durchgeplant, d.h. wir wussten, an welchen Tagen wir wo sein würden und so hatten wir alle Hotels, außer in Biloxi und Baton Rouge sowie das letzte in Nashville, von Deutschland aus vorgebucht. Allerdings muss man sagen, dass das nicht nötig gewesen wäre. Für weitere USA-Urlaube haben wir beschlossen, nur das erste und letzte Hotel im Voraus zu buchen. Man kann problemlos spontan Hotels buchen in den USA. Es gibt meistens überall genug Auswahl. Und da die Hotels fast alle kostenloses W-LAN anbieten, kann man sich am Tag vorher informieren, wo es Hotels gibt. Aber man könnte auch einfach losfahren und suchen. So haben wir das an dem Zusatztag in Nashville gemacht.
Ebenfalls haben wir gelernt, dass man ruhig eine höhere Kategorie Mietwagen buchen sollte, als man es in Europa machen würde. Wir hatten einen Nissan Verso, der sich hierzulande gut ins allgemeine Stadtbild einfügen würde:
Für die USA war er eigentlich zu klein. Auf den Highways und auch in den meisten Städten (New Orleans vielleicht ausgenommen) ist viel Platz und mit einem kleinen Auto fällt man eher auf, als mit einem großen. Und Benzin ist ja bekanntermaßen auch ziemlich günstig. Autofahren an sich ist in den USA sehr entspannt. Die Highways sind normalerweise zweispurig in jede Richtung mit einem breiten Grünstreifen zwischen den Richtungen:
Mein Gastvater hatte uns gesagt, dass man ca. 5 Meilen über Tempolimit fahren kann, ohne dass ein Sheriff einen anhalten würde. Das haben wir beherzigt, haben den Tempomat entsprechend eingestellt und sind entspannt durch die Lande gefahren.
Alles in allem war es ein sehr angenehmer Urlaub. Die Amerikaner sind grundsätzlich freundlich und aufgeschlossen. Was man als oberflächlich bezeichnen könnte, empfand ich als sehr erfrischend. Ich möchte mit dem Kellner keine Freundschaft beginnen, er soll mich einfach nett bedienen. In den USA kann man davon ausgehen, dass das der Fall sein wird. Oft wurden wir angesprochen, wo wir denn her kämen. Wenn wir dann Deutschland antworteten, waren die meisten total begeistert: „da wollte ich auch schon immer mal hin“ oder „mein Schwager war letztes Jahr dort“ und „wie ist es dort so?“. Vermutlich werden die Meisten nie nach Europa reisen, aber ich empfand das Interesse in dem Moment immer als sehr ehrlich. Insofern machen es einem die Amerikaner sehr leicht, sich im Zeitraum eines Urlaubes wohl und willkommen zu fühlen.