See und Berge – der Gardasee

Als wir 2023 das erste Mal am Gardasee waren, stand am Ende unseres Urlaubes fest, dass wir wieder kommen würden. Dieses Jahr war es nun so weit. Da der Nachtzug, mit dem wir das letzte Mal gefahren sind, Bericht findet ihr hier, nicht fuhr, suchten wir uns einen anderen Weg. So fuhren wir an einem Donnerstag im Mai morgens um 8 Uhr mit dem Zug in Frankfurt los, stiegen in München um und kamen um 16:15 Uhr in Rovereto an. Trotz knapper Umsteigezeit hat alles gut geklappt. Von Frankfurt nach München fuhren wir mit der DB in einem ICE. Von München nach Rovereto ging es mit der Österreichischen Bundesbahn mit einem Railjet. Die erste Klasse war sehr bequem, breite Sitze, zwei Tische mit Lademöglichkeit für das Handy sowie nach Geschlechtern getrennte Toiletten.

Danach wurde es mal wieder etwas spannender, denn Bus fahren in Italien ist eine kleine Herausforderung. Wir fanden zwar nach etwas suchen und fragen die Bushaltestelle, an der der Bus nach Torbole abfahren sollte, aber der Bus kam nicht. Wir warteten eine ganze Weile im Regen, bis endlich ein Bus kam, der dann natürlich ziemlich voll war. In Torbole mussten wir umsteigen, um weiter nach Malcesine, unserem Urlaubsort, zu fahren. Dieser Bus kam einigermaßen pünktlich und hier konnten wir schon ein bisschen die Aussicht auf den Gardasee genießen.

Die Herausforderung am Busfahren in Italien zeigt sich vor allem dadurch, dass die Haltestellen keine Namen haben. In Google Maps kann man zwar Namen sehen, auch auf den Busfahrplänen, aber an den Haltestellen selbst, steht nichts dran. Dadurch ist es immer etwas schwierig zu erkennen, wann man aussteigen muss. Klaus fragte zwar den Busfahrer, aber er gab uns eine falsche Auskunft und so stiegen wir eine Haltestelle zu früh aus und mussten noch ein ganzes Stück zu unserem Hotel laufen. Aber gegen 18:30 Uhr hatten wir es geschafft und waren im Hotel Benacus angekommen. Es gefiel uns sofort sehr gut und dieser erste Eindruck hat sich über den ganzen Urlaub bestätigt. Wir wohnten im dritten Stock und hatten somit von unserem Zimmer aus sogar Blick auf den Gardasee.

Das ganze Hotel ist recht modern, alles sauber, der Garten mit Pool ist schön und gepflegt. Der Frühstücksraum hat einen langen Balkon, so dass wir an den schönen Tagen draußen frühstücken konnten. Es gibt eine Bar mit Terrasse, wo wir mittags eine Kleinigkeit essen und abends nach dem Abendessen noch einen Absacker trinken konnten. Am Pool gibt es Liegen mit Schirmen, die im Boden fest verankert sind. Aber da wir die Liegen mit dem Schatten verrücken konnten, war das kein Problem. Einige der Liegen waren auch unter Bäumen. Unser Zimmer hatte eine ausreichende Größe, genug Stauraum, einen kleinen Schreibtisch und einen Fernseher. Das Bad ist relativ klein, aber so wechselt man sich eben ab. Pluspunkt hier war für uns das Fenster im Bad. Das Zimmer ist mit einer Klimaanlage ausgestattet, die wir nicht genutzt haben. Da das Hotel nicht direkt am Gardasee liegt, ging unser Ausblick von der Liege aus in die Berge, was uns sehr gut gefallen hat. Direkt gegenüber vom Hotel gibt es einen kleinen Spar Supermarkt, was wir als sehr praktisch empfunden haben, um z.B. Wasser zu kaufen.

Das Hotel liegt ca. 30 Minuten Fußweg vom Stadtzentrum von Malcesine entfernt. Wir hatten das bewusst so ausgesucht, weil wir hofften, dass wir abends zum Abendessen ins Zentrum spazieren könnten. 2023 konnten wir nicht am Gardasee spazieren gehen, weil sich vor allem abends Schwärme von kleinen Fliegen bildeten. Das Problem hatten wir diesmal nicht und so konnten wir schön am Ufer spazieren gehen und den Blick auf Malcesine genießen.

Unser Anreisetag war verregnet. Auch der erste Tag sollte zwar trocken aber mit 19° eher frisch sein und so beschlossen wir, diesen für eine Erkundigung von Malcesine zu nutzen. Der Ort ist mit knapp 3.600 Einwohnern nicht sehr groß. Da es zahlreiche Hotels gibt, kommen natürlich noch einige Touristen hinzu. Man kann sich vorstellen, dass es zur Hochsaison voll wird. Da wir recht früh im Jahr dort waren, war es zwar gut besucht, aber nicht voll oder überfüllt. Malcesine liegt direkt am Gardasee und ist ein süßes, altes, italienisches Städtchen. Es gibt eine Burg, die wir aber nur von außen angeschaut haben, die Kirche Santo Stefano, viele kleine Plätze mit Cafés, Bistrots und Restaurants, viele Gassen und kleine Straßen mit Geschäften. Man kann sich wunderbar einen ganzen Tag in den Straßen und Plätzen verlieren.

Es gibt viele Restaurants und da noch nicht ganz so viele Touristen da waren, mussten wir nie reservieren und konnten auch meist direkt einen Tisch ergattern. Wir haben immer sehr gut gegessen.

Ungefähr in der Mitte unseres Urlaubs war nochmal Regen vorhergesagt. Und so brachen wir an diesem Tag zu einem Ausflug mit dem Schiff auf. Wir fuhren mit dem Bus ins Zentrum, wobei wir eine ordentliche Verspätung in Kauf nehmen mussten. Direkt am kleinen Hafen kauften wir Tickets für die Fahrt nach Salo und zurück. Wir hatten uns für den Servizo Rapido entschieden, also das Schnellboot und zahlten so €66 insgesamt. Die Boote sind Tragflächenboote, so dass die Anfahrt recht spektakulär aussieht, weil sie kurz vor der Einfahrt in den Hafen abbremsen und so ins Wasser eintauchen.

Die Fahrt nach Salo dauerte ca. 50 Minuten und als wir ankamen, hatte es aufgehört zu regnen. Unser erstes Ziel war der Dom. Leider mussten wir feststellen, dass er genau zu der Zeit, als wir dort waren, geschlossen war und wir ihn somit leider nicht von innen besichtigen konnten.

So liefen wir etwas an der Uferpromenade entlang und setzten uns schließlich in ein Bistro und genossen einen Aperol Spritz.

Bevor wir weiter fuhren, wollten wir noch etwas mehr erkunden und außerdem eine Kleinigkeit essen. So ließen wir uns treiben und je länger wir liefen, desto besser wurde das Wetter.

Salo hat uns ganz gut gefallen. Wir haben uns geärgert, dass der Dom zu hatte. Da er wirklich sehenswert sein soll, werden wir wohl nochmal hinfahren, wenn wir wieder am Gardasee sind.

Um 15:24 Uhr fuhr das nächste Schnellboot wieder zurück wobei wir in Malcesine nicht ausstiegen, sondern nach Limone weiter fuhren. Diesen Ort fand ich faszinierend, da er direkt an die Felsen gebaut ist. Wenn man an der Anlegestelle ankommt, schaut man geradeaus auf eine hohe Felswand.

Generell führen die Straßen oft recht steil bergauf bzw. bergab und im Hintergrund sind oft steile Felswände.

Wir besichtigten die Chiesa San Rocco:

Und die Chiesa di San Benedetto.

An der Uferpromenade legten wir nochmal eine kleine Pause ein, bevor wir dann mit einer Fähre zurück fuhren. Die Fähren sind deutlich größer als die Schnellboote und fahren viel langsamer.

Insgesamt war es ein sehr schöner Ausflugstag. Vor allem Limone hat mich fasziniert, wobei ich dort keinen ganzen Urlaub verbringen möchte.

Ein Highlight in Malcesine ist die Gondel, die auf den Monte Baldo, d.h. auf knapp 2000m, hinaufführt bzw. der Blick von dort auf den Gardasee. Da in den ersten Tagen die Berge immer in den Wolken waren, verschoben wir diesen Ausflug auf den vorletzten Tag. Da der Bus, mit dem wir ins Zentrum fahren wollten, ausgefallen war, sind wir gelaufen und kamen so gegen 11 Uhr an der Talstation an. Wir stellten uns an und kauften Tickets. Theoretisch gibt es Zeitfenster zum Einsteigen, die man mit den Tickets kauft. Unseres war von 12.30 Uhr bis 13 Uhr. Da aber sehr viel los war, beschlossen wir, uns gleich anzustellen. Dies war eine gute Entscheidung, denn schlussendlich kamen wir genau zu unserem Zeitfenster um 12.30 Uhr am Einstieg an. Da es so voll war, interessierte sich auch keiner für die Zeitfenster. Die erste Gondel führt zur Mittelstation und fasst 45 Personen. An der Mittelstation steigt man in eine größere Gondel um, die 80 Personen fasst und sich um 360° dreht. Da es sehr voll war, konnte man sich in der Gondel nicht bewegen und so nur einen ersten Blick von oben auf den Gardasee erhaschen. Insgesamt dauert die Fahrt bis zur Bergstation ca. 15 Minuten.

Oben angekommen, läuft man aus der Bergstation nach hinten raus, d.h. der erste Blick ist nicht auf den See, aber trotzdem schön.

Läuft man um die Bergstation herum, kommt man über Trampelpfade an Stellen mit einer tollen Aussicht auf den See. Auch viele Paraglider starten von hieraus.

Wir haben dann in einem der Gasthäuser eine kleine Mittagspause eingelegt bevor wir wieder mit der Gundel runter gefahren sind.

Die Tickets für die Gondel haben uns €54 gekostet. Mit der Wartezeit vor dem Ticketschalter, vor der Gondel und der Gondelfahrt selbst hat alles insgesamt ca. 2 Stunden gedauert. Wenn man kann, sollte man versuchen, früher oder später zu kommen, wenn es nicht ganz so voll ist. Auf jeden Fall lohnt sich der Ausflug, denn der Ausblick ist spektakulär. Es war auch nicht so kalt wie erwartet, in der Sonne haben wir keine Jacken gebraucht.

Unser Urlaub am Gardasee hat uns wieder sehr gut gefallen. Wir haben alles genossen. Unser Hotel war super, die Lage war für uns gut, der Ort Malcesine hat alles geboten, was wir brauchten und die Ausflüge waren toll. Da wir immer noch nicht alles gesehen haben, werden wir sicher ein weiteres Mal an den Gardasee fahren. Dann vielleicht wieder mit dem Nachtzug.

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