Wir wollten mal wieder mit dem Nachtzug nach Italien. Unsere Ziele waren Florenz und Bologna. Leider fuhr der Nachtzug nicht nach Florenz, vermutlich aufgrund von Bauarbeiten. Nach ein bisschen Recherche buchten wir stattdessen den Zug von Frankfurt nach Mailand, um von dort aus mit dem Regionalverkehr nach Florenz zu fahren. Den Zug nach Mailand haben wir schon mal genutzt, damals für ein Wochenende in Mailand (Bericht lest ihr hier). Man steigt morgens um 8 Uhr in Frankfurt ein und ist um 16 Uhr in Mailand. Die Fahrt führt eindrucksvoll durch die Schweizer Berge. Wir haben sie auch diesmal sehr genossen.









In Mailand angekommen, wollten wir einfach Tickets für den nächsten Regionalzug nach Florenz buchen und weiterfahren. Die Fahrt sollte ca. 2 Stunden dauern. Was wir nicht wussten, war, dass man je nach Zugtyp in Italien eine Sitzplatzreservierung braucht und wenn kein Platz mehr frei ist, man kein Ticket für den Zug buchen kann. So standen wir also in Mailand und hatten kaum Auswahl an Zügen. Entweder war es teuer oder mit mehreren Umstiegen und Fahrtzeiten von ca. 5 Stunden verbunden. Wir wählten die teure Variante und nahmen uns vor, in Zukunft auch diese Tickets bereits vorab zu kaufen. Wir mussten trotzdem einmal umsteigen, fuhren eine Strecke aber sogar Business.


Schlussendlich kamen wir kurz vor 19 Uhr in Florenz an. Unser Hotel, das 25hours, war in Laufnähe vom Hauptbahnhof Firenze S.M.N. entfernt. Wir waren bereits in Köln in einem Hotel dieser Kette abgestiegen und dort hatte es uns gut gefallen. Jetzt waren wir etwas geschockt, als wir ins Zimmer kamen. Das Hotel ist nach Dantes Göttlicher Komödie eingerichtet und wir waren in einem Zimmer der Kategorie Hölle gelandet.



Bis auf die Zimmereinrichtung hat uns das Hotel gut gefallen. Die Lage war hervorragend, in der Lobby gab es eine Bar, das Personal war sehr freundlich und das Frühstück war in Ordnung.



Nach dem Check-In sind wir nochmal losgezogen und haben uns ein Restaurant für das Abendessen gesucht. In der Nähe unseres Hotels gab es eine große Auswahl zu erstaunlich guten Preisen. Wir haben jeden Abend in der Nähe ein anderes Restaurant ausprobiert und immer sehr gut gegessen.
















Am nächsten Tag wollten wir nach Pisa fahren. Aufgrund unserer Erfahrung mit ausgebuchten Zügen hatten wir bereits am Abend vorher Tickets gekauft. Wir fanden uns also am Bahnhof ein und warteten am Gleis, den Zug zu besteigen. Alle warteten in Schlangen an den Türen einigermaßen geduldig. Es gab ständig Durchsagen, die wir aber nicht verstanden. Die Abfahrtszeit unseres Zuges verstrich, nach einer Weile wurde an der Anzeige „Verspätung“ angezeigt. Es passierte aber nichts. Irgendwann kam ich mit dem Ehepaar vor uns ins Gespräch, Amerikaner. Sie erzählten uns, dass in Italien gestreikt würde. Eine kurze Suche per Google bestätigte dies. Zwar ist es in Italien so, dass bei Streik gewisse Zeitfenster garantiert sein müssen, damit Leute zur Arbeit und nach Hause pendeln können. Es war uns trotzdem zu gefährlich am Ende in Pisa hängen zu bleiben. Daher beschlossen wir, die Kosten für die Tickets abzuschreiben und den Tag in Florenz zu verbringen.
Unser erstes Ziel war der Dom. Da die Schlange viel zu lang war, schauten wir ihn zunächst nur von außen an. Er war beeindruckend. Wir haben schon viele Kirchen, Kathedralen etc. gesehen, aber noch nie einen solchen Dom.







In der Nähe vom Palazzo Vecchio, dem Rathaus, legten wir eine Mittagspause ein.





Der Palazzo Vecchio liegt auf der Piazza della Signoria, die ebenfalls sehenswert ist.



In Städten wie Florenz kommt man immer wieder auch an sehenswerten Bauwerken vorbei, die auf keiner Liste stehen, wie z.B. diesem Museum:

Und auch die Chiesa Della Badia Fiorentina entdeckten wir zufällig. Sie ließ sich leider nicht von außen fotografieren, da sie sehr eingebaut ist.



Die Santa Croce dagegen stand auf unserer Liste. Hier haben uns der Altarraum und die Holzdecke beeindruckt. Außerdem befinden sich hier die Grabmäler von Machiavelli, Michelangelo und Galilei.










Vor der Kirche ist ein großer Platz mit ein paar Restaurants außen rum. Wir entschieden uns, ein Päuschen einzulegen.

So ging unserer erster Tag in Florenz zu Ende, anders als ursprünglich geplant, trotzdem schön.
Am nächsten Tag wollten wir in den Dom. Dazu gingen wir früher los, damit die Schlange nicht ganz so lang wäre. Wir standen trotzdem ca. eine Stunde an, bis wir endlich rein konnten. Und ehrlich gesagt waren wir dann etwas enttäuscht. So prächtig, außergewöhnlich und sehenswert wie der Dom von außen ist, so unspektakulär ist er von innen. Wir sind trotzdem froh, dass wir drinnen waren, denn nur so konnten wir uns ein eigenes Urteil bilden.








Durch Florenz fließt der Arno und es gibt einige Brücken, die über den Fluss führen. Eine der bekanntesten ist die Ponte Vecchio. Sie erinnert sehr an die Rialto Brücke in Venedig.




Von hier aus wollten wir rauf auf einen Platz, von dem aus man eine tolle Aussicht über Florenz haben sollte. Wir folgten der Straße und kamen zunächst ans Forte die Belvedere. Wir wollten aber nicht reingehen, sondern liefen weiter.





Nach ca. einer Stunde, von der Ponte Vecchio aus gerechnet, kamen wir auf dem Piazzale Michelangelo an und waren begeistert von der Aussicht über Florenz.










Wir stiegen noch ein wenig höher zur San Miniato al monte, die eine der schönsten Kirchen Italiens sein soll. Leider war sie eine einzige Baustelle.





Über die Ponte alle Grazie, von der aus man einen schönen Blick auf die Ponte Vecchio hat, ging es zurück.



Wir landeten wieder bei der Santa Croce und legten eine Mittagspause ein.



Als nächstes wollten wir die San Lorenzo besichtigen. Irgendwie standen wir aber am falschen Eingang und landeten so nur in der Kapelle der Medici. Das war nicht schlimm, denn diese war sehr sehenswert. Wir haben auch erst zwei Tage später gemerkt, dass wir gar nicht in der Kirche selbst waren.




Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch die Santa Maria Novella, die dem Hauptbahnhof und dem Viertel drum herum den Namen gab.







Am nächsten Tag ging es endlich nach Pisa. Da es Sonntag war, war die Zugverbindung nicht so gut und wir waren insgesamt 2 Stunden unterwegs. Natürlich war unser Hauptziel der schiefe Turm. Auf dem Weg dorthin läuft man durch die Stadt und kann sich einen schönen Eindruck bilden und weitere Sehenswürdigkeiten mitnehmen, wie der Piazza dei Cavalieri.

Nach knapp 45 Minuten kamen wir am schiefen Turm an, aber er sah gar nicht schief aus:

Sobald wir ein bisschen näher kamen und den entsprechenden Blickwinkel erwischt hatten, sahen wir doch, dass er sehr schief ist. Manchmal fragt man sich, warum er überhaupt noch steht.




Es waren viele Touristen dort und viele machten die typischen Fotos. Wir verzichteten darauf und machten ein einfaches Selfie.


Wir wollten nicht auf den Turm steigen, aber wir wollten den Dom besichtigen. Der Eintritt ist kostenfrei, aber man braucht ein Ticket für ein Zeitfenster. Diese gibt es in der Touristeninformation direkt in der Nähe. Wir hatten Tickets für 14:45 Uhr und beschlossen deshalb, zurück zu laufen und eine Mittagspause einzulegen. Etwas abseits fanden wir ein kleines Lokal, in dem es Pizzastücke gab.



Da unser Zeitfenster näher kam, liefen wir wieder zum Dom. Es gab keine Schlange und so kamen wir sogar etwas früher rein. Im Gegensatz zum Florenzer Dom hat uns der Dom von Pisa begeistert. Auch hier hat uns wieder die Holzdecke beeindruckt. Auch der Altarraum und andere prächtig geschmückte Bereiche haben uns staunen lassen.














Auf dem Rückweg zum Bahnhof sind wir an der Chiesa di Santa Maria della Spina vorbei gekommen. Diese Kirche stand ursprünglich woanders, war aber vom Hochwasser bedroht und wurde umgezogen.



Der Hauptgrund, um nach Pisa zu fahren, ist natürlich der schiefe Turm. Und es ist toll, diesen einmal live und nicht nur auf Fotos zu sehen. Der Dom hat uns aber mehr begeistert. Insgesamt merkt man, dass diese Stadt sehr auf die Touristen ausgelegt ist, von denen auch sehr viele da sind. Trotzdem hat sich der Abstecher gelohnt.
Der nächste Tag war unser letzter Tag in Florenz. Nachmittags war die Weiterfahrt nach Bologna geplant. Wir hatten aber noch Zeit für ein paar Sehenswürdigkeiten. In der Nähe unseres Hotels fanden wir die älteste Apotheke Europas. Wir mussten uns einen Moment anstellen bis wir sie besichtigen durften. Sie war sehenswert, wirkt aber doch eher wie ein Instagram Hype.






Auf unserem weiteren Weg durch die Stadt stellten wir fest, dass wir, wie oben beschrieben, San Lorenzo an sich gar nicht besichtigt hatten. Das wollten wir nachholen und stellten uns für Tickets an. Zum Glück ist uns unser Versehen aufgefallen, denn auch diese Kirche war sehenswert.






Zum Schluss liefen wir noch an den Uffizien vorbei und aßen ein Eis.


Die Stadt Florenz hat uns gut gefallen. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, die wir uns sehr gerne anschaut haben. Allerdings ist die Stadt sehr voll. Es sind viele Touristen dort, die in Gruppen auftreten. Das bringt die üblichen Umstände mit sich, lange Schlangen, Touristenfallen, Menschenmassen etc. Wir hatten das vorhergesehen, daher habe ich es nicht so schwer genommen wie damals in Rom, aber der Aspekt hat uns trotzdem nicht gefallen. Aber wir sind froh, die Stadt gesehen zu haben und können einen Besuch für ein paar Tage empfehlen.
Von Florenz aus ging es weiter nach Bologna. Bericht folgt.
Als wäre der Leser selbst dabei gewesen
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