Budapest – Stadt an der Donau

Der 01. Mai fiel dieses Jahr auf einen Mittwoch. Wir nahmen noch zwei Tage Urlaub dazu und hatten so ein schönes langes Wochenende, das wir in Budapest verbrachten. In knapp zwei Stunden waren mit dem Flugzeug dort. Nachdem wir unsere Koffer geholt hatten, folgten wir den Schildern zum Bus 200E. Dieser sollte uns zur Metrolinie M3 bringen, die uns wiederum in die Innenstadt transportieren sollte. Den Bus fanden wir, ein 24-Stunden-Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel konnten wir am Automaten ziehen und mit Karte zahlen. An der Haltestelle lasen wir aber bereits, dass die Metrolinie M3 nicht fahren würde und genauso wurde es im Bus mehrfach durchgesagt. Wir stiegen aber gemäß Ansage trotzdem an der geplanten Haltestelle aus, denn dort startete der Schienenersatzverkehr. So fuhren wir dann mit dem Bus weiter bis zur Haltestelle in der Innenstadt in der Nähe unseres Hotels.
Busfahren in Budapest kommt einem kleinen Abenteuer nahe, denn die Busse heizen durch die Stadt, dass man sich sehr festklammern muss, um nicht durch den Bus zu fliegen. Dadurch ging es aber schnell und wir waren innerhalb einer Stunde nach Abfahrt vom Flughafen an unserem Hotel NH Budapest City angekommen. Mit NH-Hotels haben wir bisher noch nie etwas falsch gemacht und so war es auch diesmal. Ein modernes, schlichtes Hotel zum anständigen Preis, was will man mehr für ein paar Tage Städtetrip. Das Parlament erreicht man in einer Viertelstunde Fußweg, ansonsten fahren mehrere Straßenbahnlinien in 5 Minuten Entfernung ab.

Wir hatten vorher gelesen, dass man erst in Budapest HUF, ungarische Forint, holen soll und am besten einfach am Geldautomaten zum Hauswechselkurs der Bank. Geldautomaten gibt es in Budapest wie Sand am Meer. Wir suchten uns einen von einer namhaften Bank aus und konnten problemlos Geld holen.

An diesem Ankunftstag unternahmen wir nicht mehr viel. Wir machten uns auf zum Donauufer, um etwas trinken zu gehen. Hier muss man leider sagen, dass wir enttäuscht wurden. Zugegeben, wir hatten uns nicht informiert, aber unter Flussufer hatten wir uns eine schöne Promenade mit Grünstreifen und Restaurants und Cafés vorgestellt wie z.B. in Köln oder auch Frankfurt. Das gibt es in Budapest nicht. An der Donau entlang führt eine Straße und die Straßenbahnlinie 2. Einen Grünstreifen sucht man vergeblich und auch Restaurants sind rar gesät. Wir fanden trotzdem eins, das Corso, und setzten uns für ein Bier dorthin.

Per Tripadvisor suchten wir uns ein Restaurant in der Nähe für das Abendessen und landeten im Dubarry. Hier hat es uns gut gefallen. Das Restaurant ist nicht sehr groß, wir bekamen einen schönen Tisch, der etwas erhöht lag. Zum Glück war die Speisekarte auch auf Englisch, wie eigentlich alle, die wir in Budapest bekamen. Mit der ungarischen Sprache kann man ohne Vorkenntnisse nichts anfangen. Es lässt sich nichts herleiten wie z.B. bei spanisch, italienisch etc. Wir entschieden uns beide für ungarische Spezialitäten, ich bestellte Kohlrouladen und Klaus Lendchen. Beides war sehr lecker.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Straßenbahn ein Stück durch die Stadt und frühstückten im Café Solinfo. Dies war eine Empfehlung, die wir uneingeschränkt weitergeben können. Von herzhaft über Eierspeisen bis süß findet man hier alles und dazu gibt es so leckeren Kaffee, dass man sofort daran erinnert wird, dass Budapest genauso wie Wien berühmt ist für seine Kaffeehauskultur.

Das Café liegt in unmittelbarer Nähe der Großen Synagoge, die unsere erste Sehenswürdigkeit an diesem Tag war. Wir erschreckten uns etwas, da die Schlange an der Kasse ziemlich lang war, es ging dann aber doch recht schnell. Am Eingang zum Inneren der Synagoge stand ein Mann, der Kippas aus Pappe an die Männer verteilte. Diejenigen, die eine Mütze oder Kappe trugen, bekamen keine, durften stattdessen die Mütze / Kappe aufbehalten.

Laut Reiseführer hat sich der Architekt der Synagoge an einer christlichen Kirche orientiert. Man merkt eigentlich auch nur durch die vielen Kippas, dass man sich in einer Synagoge befindet. Da wir vorher noch nie in einer waren, konnten wir nicht beurteilen, wie ungewöhnlich diese eventuell war. Auf jeden Fall ist sie sehr sehenswert, prächtig geschmückt und hat uns sehr gut gefallen.

Angeschlossen ist etwas, was man in einer christlichen Kirche als Kreuzgang bezeichnen würde. Hier gibt es viele Gräber. Außerdem steht hier ein Holocaust Denkmal.

Anschließend sind wir mit der Straßenbahn auf die Buda-Seite gefahren, um die Linie 6 zu erwischen. Mit der sind wir zur Haltestelle Oktogon gefahren. Von hier sind wir über die Andrassy ut bis zum Heldenplatz gelaufen. Die Andrassy ut ist eine Prachtstraße mit tollen Häusern, in denen heute viele Botschaften sitzen. Unter der Straße verläuft die älteste U-Bahn des europäischen Festlandes. Die Haltestellen sind entsprechend sehenswert.

Da es mittlerweile etwas regnete, fuhren wir mit der Metro zurück Richtung Zentrum und holten uns einen Langos bei einem Streetfoodstand.

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Nach einer kurzen Pause im Hotel brachen wir wieder auf zum Abendessen. Wir hatten bei dem Italiener, bei dem wir am Abend vorher keinen Tisch bekommen hatten, einen Tisch reserviert. Die Bottega die Brontolo hat uns gut gefallen.

Auf unserem Heimweg sind wir noch an der Donau entlanggelaufen. Der Weg ist zwar nicht schön, aber die beleuchtete Kettenbrücke war sehenswert.

Am dritten Tag stand als erstes die St. Stephan Basilika auf dem Programm. Sie ist ziemlich dunkel, hat uns aber trotzdem sehr gut gefallen.

Auf die Aussichtsplattform führt sowohl eine Treppe als auch ein Fahrstuhl. Oben angekommen hat man einen tollen Ausblick über die Stadt.

Anschließend sind wir zur großen Markthalle gelaufen. Eigentlich wollten wir hier Mittagspause machen. Im ersten Stock gibt es viele Verkaufsstände, die diverse Sachen anbieten. Es war aber sehr voll, außerdem ist es schwierig zu verstehen, was man wie bestellen könnte, ohne einen Einheimischen, der es einem erklären könnte. Generell haben wir uns mehr versprochen. Im ersten Stock gibt es neben Essen auch viele Souvenirstände, die aber keinen sehr hochwertigen Eindruck machten. Im Erdgeschoss reiht sich ein Fleischverkäufer an den nächsten.

Wir liefen eine Straße parallel zur Donau entlang und fanden dort ein kleines Lokal, wo wir ein Mittagessen einnehmen konnten.

Wir wollten weiter zum Parlament, entdeckten auf dem Weg dahin noch die Kirche St. Michael.

Das Parlament hat uns schon am Abend vorher beeindruckt. Im Tageslicht haben wir es uns noch genauer angeschaut, es ist wirklich ein beeindruckendes Gebäude.

An diesem Abend folgten wir wieder einer Empfehlung und gingen ins TG Italiano essen. Es liegt ganz in der Nähe der St. Stephan Basilika. Wir hatten beide eine sehr leckere Pizza. Die Kellner waren alle sehr nett, so dass es ein rundum schöner Abend war.

Wir konnten nur draußen sitzen, da drinnen alles belegt war. Aber das war aufgrund von Heizlampen und Decken kein Problem und bescherte uns außerdem einen Blick auf die beleuchtete Basilika.

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Generell wird in Budapest abends viel angestrahlt. An diesem Abend genossen wir außerdem noch die Aussicht auf den beleuchteten Burgberg.

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An unserem vierten und letzten Tag stand die Buda-Seite auf dem Plan. Wir fuhren mit der Straßenbahn zur Talstation der Standseilbahn. Wir mussten eine Weile anstehen, waren dann aber innerhalb einer Minute auf dem Burgberg.

Man kommt direkt beim Burgpalast an und hat hier schon einen tollen Blick auf die Stadt.

Von dort aus liefen wir ca. 15 Minuten zur Matthiaskirche. Hier wurden Franz Joseph und Elisabeth, Kaiser und Kaiserin von Österreich, zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Die Kirche hat uns sowohl von außen als auch von innen sehr gut gefallen. Auffällig ist das bunte Dach. Innen ist uns aufgefallen, dass die Säulen auf eine Art bemalt sind, dass sie wie aus Holz wirken.

In direkter Nachbarschaft der Kirche liegt die Fischerbastion. Hierfür hätte man Eintritt zahlen müssen, um ein paar Meter auf der Bastion herumlaufen zu können. Das haben wir nicht gemacht, einen tollen Blick über die Stadt konnten wir trotzdem genießen.

Die letzte Sehenswürdigkeit an dieser Stelle der Stadt ist die Dreifaltigkeitssäule.

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Nach einer Mittagspause fuhren wir mit dem Bus wieder runter und dann mit der Straßenbahn und noch einem Bus auf den Gellertberg. Hier gibt es die Freiheitsstatue zu bewundern, die von unten kaum auffällt, aber überraschend groß ist.

Außerdem hat man von hier aus nochmal einen anderen Blick auf die Stadt.

Damit endete unser Besuch in Budapest. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus wieder zum Flughafen und waren in knapp zwei Stunden wieder in Frankfurt. Budapest hat uns gut gefallen. Es gibt sehr viel zu sehen, aber das Wichtigste schafft man in drei Tagen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut ausgebaut, man kommt mit der Straßenbahn sehr gut durch die Stadt. Uns hat es sehr gut gefallen.

3 Kommentare

  1. Budapest absolut eine Reise wert. Ich habe es zweimal schon kennengelernt, immer bei bestem hochsommerlichen Wetter. Da war die Stadtbesichtigung besonders anstrengend.
    Wieder mal ein Kompliment an den Fotografen!
    Freue mich auf den nächsten Reisebericht.

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  2. Da ich vor vielen Jahren auch einmal in Budapest war, konnte ich mich durch die vielen wunderbaren Fotos und auch den Bericht sehr gut an vieles wieder erinnern. 😉👍

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