Anfang des Jahres flatterte eine Einladung zur Hochzeit meines Cousins ins Haus. Da seine Verlobte Halb-Finnin ist, sollte die Hochzeit in Finnland stattfinden. Generell steht Skandinavien auf unserer Liste der möglichen Reiseziele, aber wir dachten mehr an Schweden als an Finnland. Wir waren also sehr gespannt, was uns erwarten würde.
Die Hochzeit war für einen Samstag Ende Juli geplant und wir wollten zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder mit Freundin einen kleinen Urlaub daraus machen. So entschieden wir, am Mittwoch vorher nach Helsinki zu fliegen, um die Hauptstadt Finnlands besichtigen zu können. Die Flugzeit von Frankfurt beträgt gut zwei Stunden. Der Flughafen liegt etwas außerhalb von Helsinki, mit dem Taxi ist man innerhalb von ca. 30 Minuten in der Stadt. Wir haben für das Taxi 40€ gezahlt. Gebucht hatten wir das Hotel Indigo Boulevard. Generell ist mir bei der Hotelsuche aufgefallen, dass alle Hotels in Helsinki sehr gut bewertet waren. Allerdings sind die meisten auch relativ teuer. Wir haben 147€ pro Nacht im Doppelzimmer gezahlt. Dafür ist es ein schönes Hotel, dass in Laufnähe aller interessanten Orte liegt.
Da es im Flieger keine wirkliche Verpflegung gab, waren wir ziemlich hungrig, als wir endlich im Hotel angekommen waren. Wir suchten uns ein Restaurant und landeten im Fisken pa Disken. Das Restaurant ist im 5. Stock eines Einkaufszentrums. Wir entschieden uns alle für Fischgerichte und genossen ein wirklich leckeres Essen mit einem sehr freundlichen Kellner, der uns noch einige Tipps für den Aufenthalt gab.
Am nächsten Morgen starteten wir mit einem Frühstück im Café Levain. Wie in vielen Cafés in Helsinki bestellte man drinnen und bekam dann alles an den Tisch gebracht. Am Abend vorher war uns schon aufgefallen, dass die Tische in den Cafés oft schmuddelig aussahen und leider war es hier auch so. Erst auf Nachfrage wurde der Tisch vom Geschirr der vorherigen Gäste befreit, aber abgewischt wurde er nicht. Uns hat das irritiert, da man einiges für Essen und Getränke zahlt, dann aber an schmuddeligen Tischen sitzt. Wir haben das Frühstück trotzdem genossen, da es wirklich lecker und außerdem toll angerichtet war.
Anschließend liefen wir Richtung Hafen, um dort in einen Hop on Hop off Bus zu steigen. Auf dem Weg kamen wir an der Mikael Agricola Kirche vorbei. Sie ist nach dem Reformator benannt, der – vergleichbar mit Luther – als Vater der finnischen Literatursprache gilt. Hier begegnete uns das erste Mal etwas, das wir in jeder Kirche sehen sollten, ein hängendes Schiffsmodell.
Am Hafen startete dann die Stadtrundfahrt durch Helsinki. Die Tour kostete 30€ pro Person, führte durch die ganze Stadt und versorgte uns über Kopfhörer mit interessanten Informationen über Helsinki und Finnland bzw. die Finnen.
Am Marktplatz stiegen wir aus und liefen von dort zum Senatsplatz. Hier steht, erhöht über der Stadt thronend, der Dom von Helsinki.
Ich hatte vorher gelesen, dass er innen sehr schlicht ist, ich fand ihn trotzdem sehenswert.
Das Gegenteil stellt die Uspenski-Kathedrale dar, eine orthodoxe Kirche und entsprechend geschmückt. Auch sie liegt etwas erhöht.
Am Marktplatz vorbei kamen wir zu einem langgestreckten Park mit tollen Häusern, in denen teure Marken ihre Läden haben. Wir machten hier eine Mittagspause. Auch hier trafen wir wieder auf unsaubere Tische, es schmeckte trotzdem.
Gestärkt liefen wir weiter durch die Stadt und kamen zur Markthalle. Davor ist ein Platz für einen Flohmarkt, ein paar Stände waren noch da. Die Markthalle ist nicht groß, bietet aber eine ganz schöne Auswahl. Es gibt einen Bereich, wo man sich Gerichte holen und essen kann.
Wir kamen wieder am Hafen an, wo wir morgens in den Bus gestiegen waren. Hier gibt es die Burning Bar, wo wir eine Pause einlegten.
Nach einem Abstecher ins Hotel gingen wir zum Abendessen ins Restaurant Emo. Der Service war sehr freundlich und das Essen top.
Am nächsten Tag starteten wir in Richtung Kristinestadt, wo die Hochzeit stattfinden würde. Mein Cousin hatte vorher geschrieben, dass der Weg immer geradeaus führen würde und so war es auch. Meistens waren 100km/h erlaubt, oft nur 80km/h, z.B. bei Aus- und Auffahrten. Man hält sich auch besser an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, denn die Blitzerdichte ist sehr hoch. So fuhren wir 4 Stunden gemütlich durch die Landschaft. Wald und Landwirtschaft wechselten sich ab. Wir kamen hauptsächlich an Nadelbäumen und Birken vorbei. Dazwischen lagen große Felder, die landwirtschaftlich bewirtschaftet wurden und fast alle Bauernhäuser waren rot. Wir stellten außerdem fest, dass Finnland ziemlich flach ist.
Über Kristinestadt, Turku, die hellen Abende und wunderschöne Sonnenuntergänge berichte ich euch im nächsten Teil.
Wieder so ein schöner Bericht und diesmal kann ich alles aus eigener Teilnahme bestätigen
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