Weinseliger Oktober

Der Oktober stand im Zeichen des Weins und der Stadt Rüdesheim. Am ersten Oktoberwochenende haben wir eine Weinwanderung mit meiner Familie gemacht. Kurz vor 10 Uhr sind wir zusammen mit meinen Eltern und meiner Tante am Frankfurter Hauptbahnhof in den Regional Express Richtung Neuwied, der uns in einer guten Stunde nach Rüdesheim fahren sollte, gestiegen. In Frankfurt Höchst stiegen mein Bruder mit Freundin zu. Für 12.30 Uhr hatten wir beim Bollesje die Weinwanderung gebucht. Das Bollesje ist ein Gefängnisrestaurant und ein Weindepot. Außerdem gibt es eine Ferienwohnung. In der Weinwanderung „querfeldwein“ sind ein Riesling-Secco, 5 Weine, Laugenbrezel, Flammkuchen, die Fahrt mit der Gondel zum Niederwalddenkmal und zum Abschluss ein Likör inbegriffen. Unsere Gruppe bestand aus ca. 20 Personen und wurde von einer sehr kompetenten jungen Frau geführt. Im Hof des Weindepots erzählte sie uns erst generell etwas zum Bollesje, zum Riesling und zu Rüdesheim. Wir probierten den Sekt und einen ersten Wein und machten uns dann auf den Weg zur Gondel. Da wir bereits Tickets hatten, mussten wir uns nicht an der Schlange an der Kasse anstellen. Etwas gedauert hat es trotzdem, aber schließlich waren alle oben angekommen.

20191005_132721_HDR

Wir liefen zum Niederwalddenkmal und auch hierzu erzählte uns unsere Führerin einiges Interessantes. Auf dem Weg durch die Weinberge wieder runter nach Rüdesheim gab es weitere Weine zu probieren und Neues über Weinanbau, Rüdesheim und Riesling zu lernen. Zufällig war eine Erntemaschine im Einsatz, so dass wir diese beobachten konnten. Das war sehr spannend.

Wieder im Weindepot angekommen gab es einen Likör nach Wahl zum Probieren. Die Weinwanderung war sehr gelungen und ich kann sie wirklich sehr empfehlen.

Am letzten Oktoberwochenende waren wir wieder in Rüdesheim, diesmal mit Klaus‘ Schwester und ihrem Mann. Wir hatten ihnen eine Übernachtung im Weinfass geschenkt. Natürlich ging es hauptsächlich darum, einen schönen Tag zusammen zu verbringen. Wir hatten die Übernachtung beim Lindenwirt gebucht, ein Hotel, das direkt auf der Drosselgasse liegt. Diesmal fuhren wir mit dem Auto, das wir im Hof des Hotels abstellen konnten. Da wir Anfang Oktober runtergelaufen waren, wollten wir diesmal zum Niederwalddenkmal hochlaufen. Durch die Weinberge machten wir uns auf den Weg.

Man findet den Weg anhand von Hinweisschildern sehr einfach, außerdem hat man das Denkmal immer im Blick. Es war aber anstrengender und schweißtreibender als gedacht. So hatten wir uns, als wir oben angekommen waren, eine Pause redlich verdient. Klaus hatte morgens Baguette gekauft, mit Butter bestrichen und mit Schnittlauch bestreut. Dazu hatten wir eine Flasche Wein eingepackt. In der Nähe vom Denkmal fanden wir einen perfekten Platz für unser Picknick und genossen die Pause mit tollem Ausblick.

Den Weg runter traten wir in der Gondel an. Unten angekommen konnten wir endlich unsere Fässer beziehen. Die Zimmer sind wirklich schön gestaltet. Als erstes betritt man das Fass. Hier gibt es je ein schmales Bett an den Seiten. Dahinter liegt ein kleines Wohnzimmer mit Couch, Schrank und Fernseher. Weiter hinten befindet sich das großzügige Bad.

Für 17 Uhr hatten wir eine Weinprobe beim Weingut Allendorf gebucht. Deren Laden liegt im Zentrum von Rüdesheim. Wir waren die einzigen Gäste der Weinprobe und konnten so selbst festlegen, was wir probieren wollten. Wir entschieden uns für zwei weiße, einen Rosé und einen Rotwein. Der Mitarbeiter des Weinguts, der parallel auch den Laden führte, erklärte uns alle Weine, das Weingut, die Anbaugebiete und alles was wir noch wissen wollten, sehr gut.

20191026_165601

Anschließend kehrten wir im Rosenberger zum Abendessen ein. Die Wahl war auf dieses Restaurant gefallen, da es dasjenige mit den meisten vegetarischen Gerichten auf der Karte ist. Klaus‘ Schwester ist nämlich Vegetarierin. Zwar sagt sie selbst, dass ihr auch Beilagen reichen, aber da der Tag ein Geschenk für sie war, wollten wir auch ein passendes Restaurant aussuchen. Wir hatten kurz befürchtet, dass das Restaurant eine Touri-Falle sein könnte, da es am Ende der Drosselgasse liegt. Aber, weit gefehlt. Der Service war hervorragend, unsere Kellnerin war sehr nett und aufmerksam, fragte immer wieder, ob wir noch etwas bräuchten. Das Essen war hervorragend, vor allem die Rieslingcremesuppe, die Klaus zur Vorspeise hatten. Von der schwärmen wir heute noch.

Am Ende dieses Tags stand die Übernachtung im Fass an. Was soll ich sagen? Es war ein Erlebnis. Die Zimmer / Fässer sind wirklich schön gestaltet, aber die Betten sind sehr schmal. Als ich mich das erste Mal umdrehen wollte, wäre ich fast rausgefallen. Empfehlen würde ich es nicht jedem, vor allem niemandem, der größer ist als 1,85m. Aber, wir waren uns morgens alle einig: wir haben schon schlechter geschlafen. Der Ausflug endete mit einem leckeren Frühstück im Lindenwirt. Das Büffet bot alles, was man sich so wünscht zum Frühstück.

Beide Ausflüge waren toll, wir haben Zeit mit unseren Familien verbracht, Interessantes über Rüdesheim und Weinbau gelernt, leckeren Wein getrunken und viel gelacht.

2 Kommentare

  1. Auch die Tante hatte viel Spaß bei dem 1. Familienausflug. Jetzt auch etwas über den anderen Ausflug zu lesen war besonders schön, habe es sehr genossen.

    Like

  2. Wie immer schön zu lesen und diesmal auch wieder als Teilnehmer, der beim 1. Rüdesheim-Ausflug dabei war, volle Bestätigung.

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Karin Antwort abbrechen