Seit vielen Jahren fahren wir im Dezember ein Wochenende in eine andere Stadt und besichtigen dort den Weihnachtsmarkt oder die -märkte. Dabei haben sich für uns ein paar Punkte herauskristallisiert, die bei einem solchen Besuch wichtig sind.
1. Die Größe
Kleine Weihnachtsmärkte haben sicher ihren Charme, aber wir wollen uns einen ganzen Nachmittag und Abend auf einem solchen Markt beschäftigen. Daher muss er eine gewisse Größe haben. Das wissen wir aber auch erst, seit wir in einem Jahr in Limburg waren. Nach zwei Stunden hatten wir alles gesehen und haben den restlichen Abend dann in einem Gasthaus verbracht. Das war auch schön, aber nicht unsere Vorstellung von einem Weihnachtsmarkt-Wochenende. In Fulda waren wir letztes Jahr dann nur für einen Sonntagsnachmittag. Die Zeit reichte aus, um alles zu sehen. In Köln dagegen waren wir schon ab Freitagabend, weil es insgesamt 9 Weihnachtsmärkte gibt. Wir haben uns den kompletten Samstag auf den Märkten beschäftigt und fünf geschafft. Für ein Wochenende sollten es wenigstens 200 Stände geben. Alternativ kann man Städte kombinieren. In einem Jahr waren wir in Würzburg, Bamberg und Nürnberg. Zumindest haben wir uns aus Limburg eine der schönsten Weihnachtsbaumkugeln mitgebracht. Diese sammeln wir nämlich. Das bringt mich zum nächsten Punkt.

2. Das Angebot
Man würde denken, dass große Märkte auch ein großes und vielseitiges Angebot haben. Seit 2018 wissen wir, dass das nicht unbedingt so ist. Wir waren in Dortmund und leider gab es hauptsächlich Gestricktes und Essen. Das war auf Dauer ziemlich langweilig. Zwar kaufen wir nicht immer was, aber wir gucken gern bei den Ständen mit Weihnachtsdeko, Holzarbeiten aus dem Erzgebirge, Kunsthandwerk aus der Gegend und ähnlichem. Das Angebot lässt sich nicht vorhersehen, so dass man nehmen muss, was kommt. Das Gleiche gilt für das Angebot an Essen und Getränken, was der nächste Punkt ist.
3. Glühwein
Am liebsten trinken wir Frucht-Glühwein, wie z.B. Heidelbeer- oder Kirschglühwein. Oft gibt es aber nur roten oder weißen. Besonders lecker sind meistens Winzer Glühweine. In Münster dieses Jahr waren die Glühweine nicht so süß. Klaus stellte dasselbe in Frankfurt fest. Vielleicht geht der Trend hin zu weniger süßen Glühweinen?! Schön finden wir es, wenn es überall andere Tassen gibt. Klar ist das unpraktisch, da man seine Tasse nicht mitnehmen und woanders abgeben kann. Aber meistens sind die Märkte sowieso zu voll, um mit vollen Glühweintassen herumlaufen zu können.
4. Aufbau und Aufmachung
Schön ist es, wenn der Markt bzw. die Märkte über die Stadt verstreut sind. Dann kann man gleichzeitig noch die Stadt besichtigen. So war es dieses Jahr in Münster, wo wir auf dem Weg von einem Markt zum anderen auch noch Kirchen besichtigen konnten. Wir mögen außerdem gleichmäßig aufgebaute Märkte, dann wissen wir immer genau, welchen Teil wir schon besichtigt haben und welchen nicht. Auch die Aufmachung der Stände finden wir immer spannend. In Köln gab es pro Markt ein Thema, den Markt der Engel, den Hafen-Weihnachtsmarkt oder auch den Markt der Heinzel mit passenden Ständen und Tassen. In Stuttgart und in Münster hat uns gefallen, dass die Dächer der Buden sehr aufwendig gestaltet waren. In Essen und in Köln am Dom haben Lichterteppiche über dem Markt für eine besondere Atmosphäre gesorgt. Auch immer schön sind große Weihnachtspyramiden.
5. Das Wetter
Zugegeben steht und fällt vieles mit dem Wetter. In Köln war es perfekt, ziemlich kalt (-2°) mit Sonnenschein. Das trägt natürlich dazu bei, dass uns dieser Besuch besonders positiv in Erinnerung geblieben ist. Von Regensburg erzählen viele auch sehr beeindruckt, was wir nicht bestätigen können. Allerdings hat es auch viel geregnet, was natürlich die Stimmung sehr getrübt hat. Deshalb ist ein Urteil über einen Weihnachtsmarkt sicher deutlich subjektiver als Urteile über „normale“ Städtetrips. Bemüht objektiv fällen wir folgendes Urteil:
Köln – unser Platz 1, viele Märkte, trotzdem fußläufig erreichbar, für jeden Geschmack etwas dabei
Stuttgart und Münster – unsere Plätze 2, toll gestaltete Buden, leckeres Essen und Glühwein, schönes Angebot
Würzburg, Bamberg, Nürnburg – unsere Plätze 3, schöne Märkte, gut kombinierbar, dazu sehenswerte Städte
Das Weihnachtsmarkt-Wochenende ist ein fester Termin in unserem Kalender. Und meistens beschäftigen wir uns schon im August damit, denn in den Städten mit sehenswerten und großen Märkten sind die Hotels in der Nähe schnell ausgebucht. Das fühlt sich immer etwas komisch an, im Sommer an Glühwein zu denken. Aber gleichzeitig beginnt dann schon die Vorfreude. Mal schauen, wo uns der Weg nächstes Jahr hinführt. Vielleicht können wir dann wieder eine Kugel zu unserer Sammlung hinzufügen.
P.S. wir bringen uns nicht nur Weihnachtsbaumkugeln von Weihnachtsmärkten mit. Wenn wir bei anderen Trips schöne Kugeln entdecken, kaufen wir sie auch im Sommer, wie z.B. August 2009 in London oder Mai 2015 in den USA. Auch aus Budapest haben wir uns dieses Jahr eine wunderschöne Kugel mitgebracht.
Früher bin ich auch gerne auf Weihnachtsmärkte gegangen und kenne einige der, die ihr besucht habt. An diesem Bericht haben mir allerdings ganz besonders gut die Fotos von den diversen Glühweinproben und den vielen schönen Weihnachtskugeln gefallen. 😉
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Stimmt
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Schön, wenn man so dabei gewesen sein kann, ohne selbst hinzugehen.
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