Wunderschön am Bodensee

Wir hatten im August zwei Wochen Urlaub und beschlossen, diesen in Süddeutschland zu verbringen. Unser erstes Ziel war Konstanz am Bodensee. An einem Sonntag ging es los und nach knapp vier Stunden Fahrt waren wir dort. Wir checkten im Habr Hotel ein, ein modernes Hotel, das nicht direkt am Bodensee sondern ca. 15 Minuten Fußweg entfernt am Rhein liegt. Es hat uns sehr gut gefallen, obwohl ein Schrank im Zimmer fehlte und wir so hauptsächlich aus dem Koffer gelebt haben. Im Erdgeschoss befindet sich der Lobby-/Bar-/Restaurantbereich, der morgens als Frühstücksbereich dient. Das Frühstücksangebot ist nicht riesig, lässt aber kaum Wünsche offen. Es gibt verschiedene Brötchen- und Brotsorten, Wurst, Käse, Eier, Rühreier, Gemüse, Obst, Säfte, Tee und Kaffee. Uns hat es sehr gut gefallen.

Am ersten Abend sind wir in die Innenstadt gelaufen und waren im Chez Leon essen. Hier hat es uns so gut gefallen, dass wir noch zweimal wieder kommen sollten.

Anschließend haben wir uns auf eine Bank am Bodensee gesetzt. Hier konnte man sich Wein ToGo holen. Es war ein schöner Ausklang am ersten Abend, zumal es immer noch angenehm warm und sommerlich war.

Der nächste Tag gestaltete sich regnerisch. Trotzdem haben wir Konstanz erkundet. Von unserem Hotel aus liefen wir über eine Fahrradbrücke über den Rhein. Diese Brücke kann von Autos nicht genutzt werden. Sie scheint aber wirklich sehr beliebt bei Radfahrern zu sein, denn es herrschte immer viel Verkehr. Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick auf den Pulver- und den Rheintorturm, beides Teile der alten Stadtbefestigung.

Unser nächstes Ziel war das Münster. Zu unserer großen Freude konnte man auf den Turm und so eine schöne Aussicht über Konstanz genießen.

Auf der Flucht vor dem einsetzenden Regen landeten wir in einer weiteren Kirche, St. Stephan.

Mit dem Schnetzturm stand ein weiterer Teil der alten Stadtbefestigung auf unserer Liste.

Nun kam etwas, was mich amüsierte. Wir konnten zu Fuß in die Schweiz laufen. Aufgrund von Corona befürchtete ich zunächst, dass dies nicht möglich wäre oder wir zumindest kontrolliert würden. Beides war nicht der Fall und so liefen wir über die Grenze, 100m die Straße runter und wieder zurück.

Nach einer kurzen Mittagspause war der Kaiserbrunnen unser Ziel. Hierbei handelt es sich um ein Wasserspiel aus dem Jahre 1897. Der Figurenschmuck wurde in den 90er-Jahren ausgetauscht und zeigt seitdem, in Anlehnung an das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418, einen dreiköpfigen Pfau mit drei Papstkronen, „Seehasen“ und weitere karikaturistische Figuren.

Auf unserem weiteren Weg durch die Altstadt kamen wir noch am Rathaus vorbei.

An diesem Abend kehrten wir im Brauhaus Johannes Albrecht ein. Hier gab es unter anderem österreichische Spezialitäten. Uns hat es gut geschmeckt, auch wenn Klaus vom hauseigenen Bier etwas enttäuscht war.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Katamaran nach Friedrichshafen. Die Überfahrt dauerte knapp eine Stunde und faszinierte uns vor allem, weil der Katamaran über das Wasser zu schweben schien.

Drüben angekommen, liefen wir die Uferpromenade entlang bis zum Schloss. Hier gab es die Schlosskirche zu besichtigen.

Nach einer Mittagspause schauten wir uns außerdem noch die St. Nikolaus Kirche an.

Eines unserer Hauptziele in Friedrichshafen war das Zeppelinmuseum. Ferdinand Graf von Zeppelin wurde in Konstanz geboren und erfand das Starrluftschiff, das wir heute als Zeppelin kennen. Auch heute noch werden diese in Friedrichshafen gebaut. Im Museum lernt man viel über die Geschichte der Zeppeline, auch über den Einsatz im Krieg. Außerdem sind Originale aus Zeiten der Passagierfahrten ausgestellt, wie Speisekarten, Fahrkarten, Besteck, Porzellan etc. Diese Ausstellungsstücke fand ich sehr interessant und faszinierend, da sie zeigen, wie vornehm das Reisen mit dem Zeppelin war. Gespannt war ich vor allem auch auf den Nachbau einer Kabine eines Zeppelins. Ich war erstaunt, wie groß diese doch ist. Wenn man bedenkt, wie klein so eine Kabine immer wirkt, wenn sie am riesigen Zeppelin hängt, hätte ich nicht gedacht, dass sie so viele Räume hat. Es gibt Aufenthaltsräume, Speiseräume, Posträume, Kabinen mit Waschbecken. Es reizt mich nicht so sehr mit einem Zeppelin zu fahren, aber das Museum und vor allem die nachgebaute Kabine fand ich sehr interessant und so hat sich der Besuch im Zeppelinmuseum gelohnt.

Nachdem wir mit dem Katamaran wieder zurück nach Konstanz gefahren waren, setzten wir uns noch ins Konzil Restaurant am Hafen. Hier hatten wir eine tolle Aussicht auf die Imperia. Sie ist eine Statue, die 1993 aufgestellt wurde, aus Beton gegossen, neun Meter hoch, 18 Tonnen schwer ist und sich mit Hilfe eines Rundtisches innerhalb von vier Minuten einmal um die eigene Achse dreht. Sie erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414 – 1418) und zeigt eine üppige Kurtisane mit tiefem Dekolleté und einem nur notdürftig geschlossenen Gürtel. Auf ihren erhobenen Händen trägt sie zwei nackte Männlein, einer mit einer Krone auf dem Kopf und einem Reichsapfel in der Hand und einer mit einer päpstlichen Tiara. Es ist allerdings nicht ganz klar, ob sie die Porträts der damaligen Machthaber, Kaiser Sigismund und Papst Martin V. darstellen oder allgemein die weltliche und geistliche Macht repräsentieren.

Am nächsten Tag fuhren wir tatsächlich in die Schweiz, zum Rheinfall von Schaffhausen. Wir parkten auf einem Parkplatz weiter oben und mussten ca. 10 Minuten laufen, bis wir einen guten Ausblick auf den Wasserfall hatten.

An der einen Seite des Wasserfalls kann man entlanglaufen, Treppen hoch, bis man oberhalb des Falls steht.

Wir liefen über die Eisenbahnbrücke rüber auf die andere Seite. Hier kann man allerdings nicht viel sehen und wenn man näher an den Wasserfall gehen möchte, muss man Eintritt zahlen. Das haben wir uns gespart und stattdessen eine Mittagspause im Schloss Laufen gemacht. Das hat sich gelohnt, denn die Weinschaumsuppe war hervorragend.

Insgesamt hat sich der Ausflug sehr gelohnt. Wir waren bereits an den Niagarafällen, die deutlich größer sind, trotzdem ist der Rheinfall von Schaffhausen sehr beeindruckend.

Am nächsten Tag fuhren wir auf die Insel Reichenau. Eine kleine Insel, aber sie hat zwei Kirchen, die wir natürlich besichtigten. Zuerst das Münster.

Anschließend schauten wir uns St. Georg an.

Zurück in Konstanz setzen wir uns wieder auf eine Bank am Bodensee, bevor wir zum Abendessen zu Da Alfredo gingen.

Eine Wanderung wollten wir machen und so starteten wir am nächsten Tag von unserem Hotel aus. Zunächst liefen wir zum Bismarckturm. Leider war er geschlossen, da er aber etwas erhöht steht, hatten wir bereits eine schöne Aussicht über die Stadt.

Nach ca. 1,5 Stunden waren wir bei der Blumeninsel Mainau angekommen. Wir waren etwas überrascht, dass man dafür zahlen muss, auf die Insel zu gehen. Da wir nun aber dorthin gewandert waren, beschlossen wir, die 23€ pro Person zu zahlen. Während wir über die Insel liefen, stellten wir schon fest, dass sich der Besuch gelohnt hat. Einiges blühte zwar nicht mehr, aber vieles war trotzdem sehenswert.

Auch die Schlosskirche hat uns gut gefallen.

Auf dem Rückweg kehrten wir für eine Mittagspause im Kloster St. Katharina ein. Hier gibt es einen kleinen Biergarten mit einem kleinen, aber leckeren Essensangebot.

An diesem Abend wollten wir eigentlich im Konstanzer Wirtshaus essen, allerdings bekamen wir keinen Tisch. Wir landeten schließlich im Wessenberg. Hier saßen wir in einem sehr schönen Innenhof und das Essen war hervorragend.

Für den letzten Tag in Konstanz hatten wir nur Erholung geplant und so setzten wir uns nach dem Frühstück wieder auf eine Bank am Bodensee. Die meiste Zeit beobachteten wir, was um uns herum und auf dem Wasser geschah. Ab und zu haben wir auch gelesen.

Wir haben die Woche in Konstanz sehr genossen. Die Stadt ist sehenswert, der Bodensee verleiht eine schöne Atmosphäre dazu. In Friedrichshafen hat uns die Uferpromenade sehr gut gefallen, natürlich auch das Zeppelinmuseum. Die Insel Mainau war auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir hatten hier tolle Tage. Am nächsten Tag ging es weiter nach Berchtesgaden. Hierzu folgt ein separater Bericht.

4 Kommentare

  1. Ja, und ich habe das Ganze mal vor ein paar Jahren *erradelt*!! Absolut empfehlenswert! Vieles kam mir bekannt vor, einfach eine tolle Gegend mit viel Sehenswertem!

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