Bella Venezia

Unser erster Auslandsurlaub während Corona führte uns nach Italien. Da wir noch nicht fliegen wollten bzw. generell aus Nachhaltigkeitsgründen unsere Flugmeilen reduzieren wollen, buchten wir den Nachtzug von München nach Venedig. Die ÖBB bietet diverse Verbindungen mit dem Nightjet an, nach Italien starten alle von München. An einem Montagmittag Ende Mai fuhren wir somit zunächst von Frankfurt nach München. Hier verbrachten wir einige schönen Stunden in verschiedenen Bräuhäusern und Kirchen.

Um 22.31 Uhr sollte der Nachtzug starten. Unsere Koffer hatten wir am Münchner Hauptbahnhof im Schließfach eingeschlossen. Der Nachtzug fuhr ab München Ost, so dass wir, nachdem wir unsere Koffer abholt hatten, ein paar Stationen S-Bahn fahren mussten. Am Bahnsteig in München Ost stand der Zug bereits. Eine Schaffnerin kontrollierte, ob wir auf ihrer Liste standen und ließ uns dann in unser Abteil. Wir waren sofort begeistert. Für die Fahrt von München nach Venedig hatten wir ein Abteil mit eigenem Bad ergattert. Zwei Betten waren vorbereitet, im Bad gab es ein Waschbecken, Toilette und Dusche.

Unsere Koffer konnten wir sehr gut im Abteil im Gang weiter hinten verstauen. Zur Begrüßung gab es noch einen Piccolo für jeden. Außerdem standen zwei Papiertüten im Abteil mit kleinen Wasserflaschen und Pantoffeln. Im Fahrtpreis inbegriffen ist ein Frühstück. Hier konnten wir auf einem Flyer aus vielen Zutaten jeder sechs ankreuzen. Am nächsten Morgen wurden uns dann zwei Tabletts mit unserem gewählten Frühstück gebracht, Kaffee, Orangensaft, Brötchen, Käse, Wurst bzw. Nutella.

Auf der Rückfahrt von Venedig hatten wir ein Abteil nur mit Waschbecken, d.h. wir mussten die Toilette auf dem Gang nutzen. Dadurch war auch unser Abteil etwas kleiner, was mit unseren Koffern etwas schwierig, aber machbar war.

Beide Fahrten haben uns gut gefallen. Zum Schlafen haben wir die Jalousie runter gemacht, dann war es komplett dunkel im Abteil. Das Schaukeln ist zwar nicht so beruhigend, wie man es sich vorstellt, aber wir konnten uns ausstrecken, hinlegen und haben mehrere Stunden geschlafen. Wir fanden es sehr viel angenehmer als Fliegen, dazu der Nachhaltigkeitsgedanke. Sicher ist man länger unterwegs, aber preislich war es ähnlich. Von daher werden wir definitiv wieder mit dem Nachtzug fahren.

Am Dienstag um 8.30 Uhr kamen wir in Venedig an. Wir kauften ein 3-Tagesticket für die Wasserbusse, die Vaporetto, und fuhren dann direkt mit einem zu unserem Hotel. Wir hatten das Metropole gebucht. Es liegt direkt vorne am Canale Grande, ca. 5 Minuten Fußweg vom Markusplatz entfernt. Das Hotel hat uns sehr gut gefallen. Unser Zimmer war sehr groß, auch das Bad hatte eine tolle Größe. Wir hatten eine Klimaanlage, was das Schlafen angenehm machte. Wir konnten zwar nichts sehen, da unser Zimmer zu einer Seitengasse hinausging, aber wir haben uns sowieso kaum im dort aufgehalten. Die Angestellten waren alle sehr nett. Das Frühstück konnten wir im Innenhof genießen. Es gab ein kleines, aber sehr feines Büffet mit Rührei, Speck, Käse, Wurst, Obst und vielen süßen Stückchen.

Wir hatten eine Sporttasche gepackt für die Nacht im Zug mit Zahnbürste, Schlafanzug und frischer Unterwäsche für den nächsten Tag. Leider hatten wir nicht bedacht, dass unser Zimmer noch nicht fertig sein würde, wenn wir ankämen. So mussten wir die langen Klamotten nochmal anziehen. Zum Glück war der erste Tag nicht so heiß, so dass es auszuhalten war. Unser erstes Ziel war der Markusplatz mit der Basilica di San Marco und dem Campanile.

Die Schlange an der Basilica war gefühlt unendlich, so beschränkten wir uns an diesem Tag auf die Ansicht von außen und zogen weiter zur Kirche San Stefano. Auf dem Weg dorthin bekamen wir schon einen schönen ersten Eindruck von der Stadt.

Auch wenn die Nacht im Zug okay war, waren wir etwas müde und wollten es langsam angehen lassen. San Stefano liegt an einem Platz und hier fanden wir die Aperol Terrazza. In der Speisekarte lasen wir, dass der Aperol Spritz in Venedig berühmt wurde. Wir haben den ein oder anderen während unserer Reise genossen.

Während wir dort saßen, rief ein Mitarbeiter des Hotels an und teilte uns mit, dass unser Zimmer fertig sei. Wir gingen zurück zum Hotel, bezogen unser Zimmer, zogen uns um und suchten uns ein Restaurant für eine Mittagspause. Wir landeten auf einem kleinen Platz in der Osteria alla Bandiera.

Gestärkt setzten wir die Besichtigung Venedigs fort. Unser nächstes Ziel war die Kirche San Giorgi dei Greici, allerdings nur von außen.

San Giovanni e Paolo bildete den Abschluss für diesen ersten tollen Tag in Venedig.

Für das Abendessen hatten wir ein Restaurant bei TripAdvisor rausgesucht, allerdings konnten wir hier keinen Tisch ergattern. Wir landeten in der Nähe in der Pizzeria Trattoria Alla Fonte. Es war ein guter Auftakt für unseren Urlaub.

Am nächsten Morgen starteten wir etwas früher, um nicht allzu lange an der Basilica di San Marco anstehen zu müssen. Wir hatten trotzdem ca. 30 Minuten Wartezeit, aber es hat sich gelohnt.

Noch mehr hat sich die Fahrt auf den Campanile gelohnt. Der Ausblick über Venedig hat uns sehr gut gefallen.

Mit dem Vaporetto Nr. 2 fuhren wir einmal über den Kanal zu San Giorgo Maggiore. Die Kirche ist sehr weitläufig.

Auch hier gibt es einen Campanile und es war kaum etwas los. Wir konnten den Ausblick ganz in Ruhe genießen.

Anschließend stiegen wir wieder ins Vaporetto und fuhren bis zur Basilica St. Maria di Saluti. Sie liegt sehr prominent am Anfang des Canale Grande.

Auf der Suche nach einem Restaurant für eine Mittagspause streiften wir durch die kleinen Gassen und landeten im Ristorante Messner. Die Lage war herrlich, es standen mehrere kleine Tische für zwei Personen direkt an einem Kanal, ganz ruhig gelegen. Das Essen war lecker, der Aperol Spritz auch. Genauso hatten wir uns die Zeit in Venedig vorgestellt.

Nach dem Essen fuhren wir mit dem nächsten Vaporetto weiter bis Fundamente Novo. Nach einer kurzen Trinkpause besichtigten wir noch die Chiesa Gesuiti.

Mit dem Vaporetto fuhren wir wieder zurück zu unserem Hotel. Mittlerweile war es fast Abend.

Zum Abendessen landeten wir diesmal im Bacarandino. Auf der Karte suchte man die üblichen italienischen Gerichte vergeblich, sodass wir etwas Neues ausprobierten, was uns sehr gut geschmeckt hat.

Wir waren neugierig, wie es abends auf dem Markusplatz ist und so gingen wir dorthin. In zwei Lokalen wurde Live-Musik gespielt, die über den Platz zu hören war. Es war eine schöne Atmosphäre, da auch nicht viel los war.

Donnerstag war unser letzter voller Tag in Venedig. Unser erstes Ziel war die Rialto Brücke. Hier war es sehr voll, aber man muss sie einfach gesehen haben.

Als nächstes besichtigten wir die Basilica S. Maria Gloriosa die Frari.

Die Mittagspause wollten wir auf der Dachterrasse der Fondaco die Tedeschi – dem ehemaligen Sitz der Gesellschaft der deutschen Kaufleute, heute ein Kaufhaus – verbringen. Leider war alles voll. Der Besuch hat sich trotzdem gelohnt.

Wir gingen um ein paar Ecken und fanden ein italienisches Restaurant etwas abseits, wo wir in Ruhe zu Mittag essen konnten.

Anschließend fuhren wir mit dem Vaporetto wieder zurück Richtung Hotel.

Für den letzten Abend in Venedig hatten wir einen Tisch im Da Noi Osteria Pizzeria reserviert. Es hat uns sehr gut geschmeckt.

Der Abend war lau und so fuhren wir mit dem Vaporetto 1 bis Ca D’Oro. Die Stadt im Dunkeln vom Wasser aus zu sehen war toll. Viele Häuser sind beleuchtet und die Atmosphäre ist sehr schön.

Venedig hat uns gut gefallen. Wir fanden es nicht überlaufen, vermutlich weil aufgrund der Corona Pandemie die Touristen aus Asien immer noch fehlen. In den Haupteinkaufsstraßen ist es trotzdem recht voll, auch weil die Straßen eng sind. Wenn man aber abbiegt und um ein paar Ecken geht, ist es schnell ruhig und beschaulich. Hier findet man schöne Plätze mit Restaurants. Oft hört man, dass es in Venedig stinkt, das können wir nicht bestätigen. Wir hatten ein paar sehr warme Tage, aber es hat nie gestunken. Mit dem Vaporetto kommt man gut durch die Stadt, Autos und Fahrräder sind verboten. Venedig ist aber nicht sehr groß, man kann auch alles gut zu Fuß erreichen. Wir haben uns in der Stadt sehr wohl gefühlt.

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