Als wir unsere Reise durch den Westen der USA planten, stand der Grand Canyon von Anfang an auf der Liste. Ich war 2006 schon dort und erinnerte mich, dass ich es beeindruckend fand. Somit fand ich, wenn wir in der Gegend sind, sollten wir dorthin fahren, damit auch Klaus diesen berühmten Ort sehen und ich meine Erinnerung auffrischen kann. Ich hatte im Vorfeld recherchiert, was man am Grand Canyon machen kann, war aber zu dem Schluss gekommen, dass es ausreicht, von den Aussichtsplattformen hinunterzuschauen. Man kann dort auch wandern oder mit einem Shuttle durchfahren. Das hätte aber alles zu viel Zeit in Anspruch genommen. Es gibt den North Rim (Nordrand) und den South Rim (Südrand). Am North Rim ist der Skywalk, der vor einigen Jahren eingeweiht wurde. Das stellte ich mir spannend vor. Allerdings kostet es ca. 70€ Eintritt und man darf keine Fotos machen. Außerdem schließt der North Rim ab Mitte Oktober und in unserer ursprünglichen Planung wären wir nicht rechtzeitig dort gewesen. So fiel unsere Wahl auf den South Rim. Bei der Anfahrt passierten wir zunächst eine Schranke, wo uns ein netter Herr begrüßte, 35$ für einen Tagespass für den Nationalpark kassierte und uns einen Plan für den Nationalpark und den Hinweis gab, dass ein erster toller Blick vom Desert View aus möglich wäre. Wir fuhren weiter und beobachteten zunächst, dass sich die Natur mit Beginn des Nationalparks zu der Natur auf der Fahrt bis dorthin deutlich änderte. Es war viel grüner und bewaldeter. Auf dem Weg wieder raus sahen wir sogar Wild.




Wir bogen am Desert View ab, parkten auf dem Parkplatz und liefen zum Rand des Canyons. Der Blick war sehr beeindruckend.





Nachdem wir den Blick genossen hatten, fuhren wir weiter zum Grand Canyon Visitor Center. Hier gibt es mehrere Parkplätze, was gut ist, denn der Andrang war recht groß. Wir kurvten eine Weile umher, bis wir endlich einen Parkplatz fanden. Wir folgten den Schildern zum Mather Point, die einen direkt an den Rand des Canyons führen.









Im Grunde ist der Grand Canyon einfach ein riesiges Loch. Wir empfanden es aber als beeindruckend. Zu wissen, dass dies über Jahrmillionen entstanden ist, ausgewaschen vom Colorado River, den man ganz unten erkennen kann, lässt einen demütig werden. Bestimmt hätte man dort auch schön wandern können, aber es passte nicht in unseren Zeitplan und der Blick von oben hat uns ausgereicht.
Durch Freunde, die eine ähnliche Tour im Frühjahr gemacht hatten, waren wir außerdem auf die Antelope Canyons gestoßen. Es gibt den Upper und den Lower. Beide haben sich wohl in den letzten Jahren zu Fotospots entwickelt, wobei der Upper beliebter ist wegen bestimmter Lichteinstrahlungen. Wir wollten auch dorthin, kriegten dann aber kurzfristig keine Karten für eine Tour mehr. Im Gegensatz dazu sollte der Lower nicht so überlaufen sein und so schauten wir dort nach Karten. Es gibt zwei Anbieter für Touren, Ken und Dixie. Ken war bereits ausgebucht, aber bei Dixie kriegen wir noch problemlos Karten. Es ist nicht ganz günstig, wir zahlten in Summe 147$. Enthalten ist eine Gebühr für das Betreten des Navajo-Reservats, auf dem die Canyons liegen. Aber, um es vorab zu sagen, es hat sich gelohnt. Wir hatten Tickets für die Tour um 13.45 Uhr und man sollte 30 Minuten vorher da sein. Wir waren noch etwas früher dort, meldeten uns an und da ich gelesen hatte, dass keine Taschen erlaubt wären, fragte ich nach, ob nicht mal meine kleine Bauchtasche okay wäre. Nein, war sie nicht, keine Tasche erlaubt. Da wir auf der Durchreise waren, hatten wir alles im Auto, was uns etwas beunruhigte. So brachten wir zumindest unsere Reisepässe, Kreditkarten, Ausweise und Führerscheine in unseren Hosentaschen unter. Mein Handy hatte ich umgehängt und das war kein Problem. Bevor es richtig los ging, wurden alle, die eine Tour für dieselbe Uhrzeit gebucht hatten, auf mehrere Tourguides, die zum Großteil zum Stamm der Navajos gehören, verteilt. Unsere Gruppe bestand aus 14 Personen. Unsere Guide erklärte uns erst etwas zu den Regeln, nicht auf Felsen klettern, nicht filmen, keinen Müll hinterlassen, und dann ging es los. Wir liefen ca. 10 Minuten durch die Wüste bis zum Eingang. Auf dem Weg kamen wir an Dinosaurierspuren vorbei.




Am Eingang mussten wir etwas warten, bis die Gruppen vor uns hinabgestiegen waren. Auf den Treppen durfte man keine Fotos machen, was verständlich ist, denn man benötigt die Hände zum Festhalten. In den Beschreibungen, die ich gelesen hatte, klang es recht herausfordernd in und durch den Canyon zu klettern. Für Klaus und ich mich war es problemlos machbar, aber man sollte einigermaßen gut zu Fuß sein und tatsächlich keine akute Platzangst haben, denn es wird durchaus etwas enger. Aber es ist nicht so dramatisch, wie es für mich vorher z.T. klang.






Unten angekommen musste ich lachen und dachte, hier macht man sicher die Fotos „Instagram vs. Reality“, denn es war so voll in dem ersten breiteren Bereich.

Als alle weiter gingen und durch die schmaleren Bereiche und immer wieder auch über Treppen mussten, zog sich aber alles auseinander, so dass es nicht mehr so überlaufen wirkte. Ich war dann auch so ablenkt vom Anblick des Canyons, dass mir die Menschen nicht mehr so auffielen.













Unsere Guide erklärte uns immer wieder was zum Canyon und den Navajos, die dort leben. Die Canyons sind sogenannte Slot Canyons, entstanden durch den Antelope Creek. Ich hatte vorher schon gelesen, dass man bei Regen oder auch nur vorhergesagtem Regen nicht in den Canyon kann aufgrund von drohenden Sturzfluten. Unsere Guide erklärte, dass dies vor allem während der Monsunzeit im Juli der Fall sein kann. Die Spuren des Wassers sind überall zu erkennen und auch hier war der Gedanke daran, dass dies über Jahrmillionen entstanden ist, wieder sehr beeindruckend.


Unsere Guide hatte uns vorher gesagt, das sie an ein paar Stellen unser Handy nehmen und Fotos von uns machen würde, wenn wir wollten. Das fanden wir super und nutzten es natürlich gerne. Und zwei Selfies machten wir auch.




So liefen wir durch den Canyon und arbeiteten uns wieder zur Oberfläche zurück. An einigen Stellen kann man mit ein wenig Fantasie Tierköpfe und anderes erkennen.



Zum Schluss kommt man über Treppen aus einer Art Spalte wieder zurück an die Oberfläche.

Wir sind sehr froh, dass wir den Canyon besucht haben. Es war ein absolutes Highlight unsers Urlaubs und hat uns nachhaltig begeistert.
2006 gemeinsam da gewesen und wieder vieles erinnert
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