Wenn ich von unserem USA-Urlaub erzählt habe, wollten einige wissen, was das Highlight war. Eins der größten Highlights war definitiv die Natur, vor allem auch, weil wir so viele unterschiedliche Gegenden gesehen haben. Unsere Tour startete in Denver. Das nächste Ziel war Salt Lake City, dazwischen liegen 527 Meilen (848km) bzw. gut 8 Stunden. Wir entschieden, die Tour zu teilen und fuhren mittags in Denver los nach Grand Junction. Wir fuhren über den Interstate 70 mitten durch die Rocky Mountains. Die Tour war etwas anstrengender als die anderen, weil es relativ voll war, die Strecke kurvig ist und wir außerdem zweimal Stau hatten. Aber die Tour war auch sehenswert, durch die Berge, die gelb leuchtenden Bäume und den White River, der immer wieder auftauchte. Durch die Schilder, die immer wieder daraufhin wiesen, dass man Schneeketten bräuchte und weitere Schilder mit Hinweisen auf Skigebiete wurde deutlich, dass hier im Winter ordentlich Schnee liegt. Die Vorstellung war spannend.










Am nächsten Tag fuhren wir die restliche Strecke nach Salt Lake City und hier war nun alles flach. Die Straße führte oft einfach geradeaus mit wenigen Kurven, so dass sich unser Auto mit Tempomat und Spurhalteassistent bewährte. Der Großteil der Strecke führte uns durch Utah.










Nach Salt Lake City wollten wir weiter nach Reno und nun stand die zweitlängste Strecke unseres Urlaubs an mit insgesamt 518 Meilen (834km) oder 7 Stunden, die wir diesmal an einem Stück fahren wollten. Salt Lake City liegt, wie der Name sagt, an einem Salzsee, dem Great Salt Lake, dessen Salzgehalt den des Meeres weit übersteigt. Nach dem See kommen die sogenannten Salt Flats, eine Salzwüste. Leider wussten wir das vorher nicht, so dass wir es verpassten an einer der wenigen Rest Areas anzuhalten und uns das näher anzuschauen, denn schon vom Auto aus war es faszinierend.








Am Tag darauf folgte wieder eine ganz andere Art von Natur. Wir fuhren von Reno aus zunächst nach Carson City und von dort aus weiter um den Lake Tahoe herum bis nach Sacramento. Der See ist mit 501 Metern der zweittiefste und in Anbetracht der Höhe des Wasserspiegels von 1899,5 m auch einer der höchstgelegenen Seen der USA. Wir fuhren erst nach Süden bis nach South Lake Tahoe. Hier stehen viele Nadelbäume und faszinierend fanden wir die Größe der Tannenzapfen. Von South Lake Tahoe aus fuhren wir nach Tahoe City und umrundeten damit den See fast komplett. Die Straße windet sich die Berge hinauf, so dass man tolle Aussichten auf den See hat. An einem Parkplatz hielten wir an und genossen den Blick auf den See. In Tahoe City konnten wir uns den Lake Tahoe Dam, eine Staumauer, anschauen. Von hier aus läuft der See in den Truckee River.

















Von Sacramento war es nicht weit bis nach San Francisco. Von dort aus fuhren wir weiter Richtung Los Angeles und machten auf dem Weg Halt für die Nacht in Pismo Beach. Leider war der berühmte Highway 1, der direkt an der Küste entlangführt, gesperrt aufgrund von Erdrutschen. Wir mussten also im Landesinneren fahren. Die Strecke führte durch das sogenannte Längstal, das ca. 600km lang und 80km breit ist. Hier wird intensive Landwirtschaft betrieben, was dem Tal den Spitznamen Fruchtgarten Amerikas eingebracht hat. Spannend fand ich die riesigen Weinfelder (Berge kann man das nicht nennen). Aber auch sonst hat man überall Landwirtschaft gesehen, natürlich mit Bewässerungssystemen, denn genug Niederschlag fällt hier nicht.








Unser nächstes Ziel war Las Vegas, mitten in der Wüste. Da wir schon in der Wüste in den Vereinten Arabischen Emiraten waren, dachte ich „kenne ich schon“. Aber hier war es wieder ganz anders. Es ist keine Sandwüste, sondern eher Steppe. Es gibt Pflanzen, aber niedrige und der Boden ist staubig trocken. Langweilig, könnte man denken, aber ich fand es spannend, weil es wieder anders war.








Der letzte Teil unsers Road Trips führte uns durch Arizona und diese Landschaft hat mich nachhaltig beeindruckt und fasziniert. Nicht überall aber über weite Teile war die Erde rot, genauso die Felsen. Die Felsen sind auch nicht bewachsen, sondern völlig kahl, oft schroff, wie abgehackt. Hier zeigt sich auch die gewaltige Weite des Landes. Über Meilen sieht man nichts, keinen Ort, außer verstreut hier und da mal ein paar Behausungen. Ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, hier zu wohnen und empfand das als etwas beklemmend. Die Weite dagegen fand ich einfach nur atemberaubend.

















Unser Road Trip führte uns durch fünf Staaten und viele unterschiedliche Gegenden. Es ist schwer zu beschreiben und die Fotos erfassen oft nicht das, was das menschliche Auge wirklich gesehen hat. Es war eine tolle Tour, an die ich mich sehr gerne zurück erinnere.
Aus eigener 9-facher Erfahrung: Autofahren ist in den USA völlig anders als in Europa und speziell in Deutschland, deutlich stressfreier. Nur das Tanken sollte man strategisch planen.
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