Unser Italien Urlaub sollte nicht nur an einem Ort stattfinden. So fuhren wir von Florenz (den Bericht findet ihr hier) weiter nach Bologna. Wir verbrachten den Vormittag noch in Florenz, holten dann unsere Koffer aus dem Hotel und fuhren um 14:20 Uhr mit dem Zug weiter. Die Fahrt dauerte nur ca. 40 Minuten.


Zu unserem Hotel, dem Royal Carlton, waren es nur ca. 10 Minuten Fußweg. Es stand in starkem Kontrast zu unserem Hotel in Florenz, denn es war eher altmodisch, herrschaftlich eingerichtet. Wir hatten bei der Buchung wohl einen Fehler gemacht, denn statt eines Doppelbettes hatten wir zwei Einzelbetten. Ansonsten hat das Hotel eine Bar, in der wir jeden Abend noch einen Absacker tranken. Das Frühstücks Büffet war groß und sehr gut. Zur Piazza Maggiore, dem zentralen Platz in Bologna, brauchten wir zu Fuß ca. 15 Minuten. Wir waren mit unserer Hotelwahl zufrieden.





An den meisten Abenden setzten wir uns vor dem Abendessen auf die Piazza Maggiore für einen Aperitif. Hier war immer viel los, oft spielten Straßenmusiker. Wir genossen die Atmosphäre auf dem Platz jedes Mal sehr.









Am nächsten Tag wollten wir Bologna näher kennenlernen. Unsere erste Sehenswürdigkeit war die Cattedrale di San Pietro. Sie liegt auf der Via dell’Indipendenza, eine lange Straße mit vielen Läden auf jeder Seite, die allerdings zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts eine riesige Baustelle war. Die Kirche konnten wir trotzdem besuchen.











Auf der Suche nach dem Eingang der Kirche kamen wir an zwei Türmen vorbei. Bologna ist bekannt für diese Türme, von denen es früher viel mehr gab. Heute sind nur noch wenige übrig.


Unser nächstes Ziel war die Basilika San Petronio, die auf der Piazza Maggiore liegt.





Wir gingen hinten aus der Basilika raus und kamen so zum Palazzo dell’Archiginnasio. Hier war der Sitz der Universität und bis heute gibt es das berühmte anatomische Theater. Wir beschränkten unseren Besuch aber auf den Innenhof, wo es tolle Deckenmalereien zu bewundern gibt.


Von Kirchen kriegen wir nie genug und so besuchten wir als nächstes die Santa Maria della Vita.


Wie schon beschrieben, ist Bologna berühmt für seine Türme. Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert gab es hunderte solcher Türme, die aber im Laufe der Zeit einstürzten oder abgetragen wurden. Somit sind heute nur noch wenige übrig. Die berühmtesten sind die nebeneinander stehenden schiefen Türme Garisenda und Asinelli.






Als nächstes stand die älteste Kirche Bolognas auf dem Plan, Santo Stefano. Es handelt sich um eine ziemlich kleine Kirche, die wir aber trotzdem recht sehenswert fanden.






Auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit machten wir eine Mittagspause.




Bologna ist nicht nur berühmt für seine Türme, sondern vor allem auch für seine Arkadengänge. Man kann die Stadt im Grunde komplett überdacht begehen. Der längste Arkadengang ist San Luca. Er startet am Stadttor Porta Saragozza und zieht sich über eine Länge von 4km bergauf. In den Arkaden finden sich an mehreren Punkten Darstellungen des Kreuzweges Jesu.









Wir sind gut zu Fuß, trotzdem war es einigermaßen anstrengend den Arkadengang zu laufen, da es stetig bergauf geht. Zum Glück war es bereits Oktober und somit nicht allzu warm. Am Ende des Arkadengangs befindet sich die Kirche Santuario della Madonna di San Luca, für die sich der Aufstieg gelohnt hat.







Wir hatten außerdem gehofft, einen schönen Blick über die Stadt zu haben. Diese Hoffnung hat sich nicht ganz erfüllt. Man kann an der Kirche vorbei gehen und von dort aus etwas auf die Stadt blicken, aber es nicht vergleichbar mit dem Blick auf Florenz.




Wieder zurück in der Stadt besuchten wir noch die Chiesa di San Paolo Maggiore.





Wir fanden, dass wir genug gelaufen waren an diesem Tag und kehrten ins Hotel zurück, um uns für das Abendessen frisch zu machen. Im Gegensatz zu Florenz hatten wir keine große Auswahl an Restaurants in unmittelbarer Hotelnähe. So liefen wir meist zurück ins Zentrum und suchten uns von dort aus ein Restaurant. Auch in dieser Stadt haben wir jeden Abend gut gegessen. Einen Abend mussten wir unbedingt Bolognese essen, denn diese Sauce hat ihren Ursprung in Bologna. Hier isst man sie traditionell mit Tagliatelle, außerdem heißt sie Ragu. Auch Tortellini kommen aus Bologna und da Klaus Tortellini liebt, standen auch diese auf unserer Wunschliste.















Wie schon von Florenz aus wollten wir auch von Bologna aus Ausflüge in Städte in der Umgebung machen. Und so ging es am nächsten Tag nach Modena. Mit dem Zug brauchten wir nur eine halbe Stunde. Modena ist eine Universitätsstadt mit knapp 185K Einwohnern. Uns kam sie trotzdem vor wie eine gemütliche Kleinstadt. Die erste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg war der Palazzo Ducale, der ehemalige Herzogspalast.

In direkter Nähe liegt die Chiesa di San Giorgio.


Ebenfalls nicht weit entfernt ist die Piazza Grande, hier befindet sich die Kathedrale von Modena. Von außen empfanden wir sie als sehr freundlich, da sie hell ist. Innen ist sie allerdings erstaunlich dunkel mit viel schwerem Stein.





An die Kathedrale ist ein Turm angeschlossen, Torre Ghirlandina. Diesen kann man besteigen. Wir klettern gern auf Türme, da der Blick von oben immer beeindruckend ist. Und so kauften wir spontan zwei Tickets und begannen den Aufstieg.









Wieder unten angekommen machten wir eine Pause auf der Piazza Grande.


Unser nächstes Ziel war die Markthalle, Mercato Storico Albinelli. Wir stöberten durch die ganze Markthalle und haben uns sehr am Angebot erfreut.




An einem Stand gab es die Möglichkeit Balsamico Essig zu probieren. Da gerade andere ein Tasting machten, beschlossen wir, erst eine Mittagspause zu machen. Wir kehrten auf die Piazza Grande zurück und holten uns zwei Pizzastücke.

Als wir zurück zur Markthalle kamen, war diese leider geschlossen. Wir waren enttäuscht, denn wir hätten uns gerne einen echten Balsamico Essig aus Modena mitgenommen. In Zukunft werden wir Öffnungszeiten genauer prüfen.
Wir machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof, liefen durch den Parco Giardino Ducale Estense und kamen noch am Tempio Monumentale vorbei.





Modena hat uns sehr gut gefallen. Wir empfanden es als entspannte Stadt, die man gut in einem Tag besichtigen kann. Überall stehen Schilder, die Sehenswürdigkeiten und Wege anzeigen und die Orientierung einfach machen.

Am nächsten Tag stand ein weiterer Ausflug auf dem Plan, diesmal nach Parma. Wir fuhren etwas über eine Stunde mit dem Zug. Parma hat knapp 200k Einwohner, gar nicht viel mehr als Modena, aber das Gefühl war ein ganz anderes. Im Gegensatz zu Modena wirkt Parma wie die Großstadt, die sie ist.
Als erstes kamen wir am Complesso Monumentale Della Pillota vorbei, ein historischer Gebäudekomplex, der heute mehrere Museen beherbergt.

Der Dom von Parma hat uns staunen lassen. Ich bin nicht sicher, ob ich ihn als schön bezeichnen würde. Aber er ist sehr prächtig verziert mit vielen Malereien.









San Giovanni di Evangelista konnten wir nur von außen bewundern.

Die Chiesa di San Vitale a Parma konnten wir dann auch von innen anschauen.




Wir landeten auf der Piazza Garibaldi. Dies ist der zentrale Platz in Parma. Hier befinden sich das Rathaus (Palazzo del Comune) und der Gouverneurspalast (Palazzo del Governatore).



Für eine Mittagspause suchten wir uns aber einen anderen Platz und landeten bei einem kleinen Lokal. Wir setzten uns draußen hin und bestellten jeder einen Teller Parmaschinken mit Parmesan, beides natürlich Spezialitäten der Stadt. Wir hatten es uns etwas anders vorgestellt, aber es war trotzdem ganz lecker.



Gestärkt statteten wir dem Parco Ducale einen Besuch ab.




Die letzte Kirche in Parma, die wir besichtigten, war die Chiesa Magistrale S. Maria della Steccata.






Auch der Ausflug nach Parma hat uns Spaß gemacht. Insgesamt hat uns aber Modena etwas besser gefallen, vor allem wegen des ruhigen Kleinstadtgefühls.
Der nächste Tag war unser letzter Urlaubstag. Da wir den Nachtzug gebucht hatten, blieb uns noch ein ganzer Tag in Bologna. Wir ließen unsere Koffer im Hotel und ließen uns einfach durch die Stadt treiben.









Dabei entdeckten wir die Chiesa Del S.S. Salvatore.




Für das Abendessen hatten wir uns schon am Abend vorher ein Restaurant ausgesucht, die L’Antica Pizzeria Da Michele. Es handelt sich dabei um eine Kette, die durch den Film Eat Pray Love mit Julia Roberts berühmt wurde. Die Pizzen sind sehr dünn. Wir bestellten beide die Margerita und waren einigermaßen begeistert.






Nach einem letzten Absacker an unserer Hotelbar holten wir unsere Koffer und gingen zum Bahnhof. Wir hatten wie immer den Nachtzug der ÖBB nach München gebucht und gehofft, dass wir einen neuen Zug erwischen würden. Unsere Hoffnungen wurden erfüllt und wir waren begeistert. Die neuen Abteile sind toll aufgeteilt. Man liegt in Fahrtrichtung im Bett. Es gibt einen Tisch, den man auf Betthöhe runterfahren und als Nachttisch nutzen kann oder man fährt ihn hoch und nutzt ihn als normalen Tisch für das Frühstück. Es gibt Handyhalter, die Ladestationen sind. Mein Handy kann nicht per Induktion geladen werden, aber dafür gibt es eine Steckdose unten drunter. Jedes Abteil hat ein eigenes Bad mit Waschbecken und Toilette, das auch als Dusche genutzt werden kann. Wir waren sehr begeistert von diesem neuen Abteil und freuen uns schon auf die nächste Fahrt damit.












Es war ein toller Italien Urlaub. Florenz war sehr sehenswert, allerdings auch sehr überlaufen. Bologna dagegen war perfekt. Es gab viel zu sehen, gleichzeitig ist die Stadt nicht überlaufen. Die Arkaden machen es im Sommer sicher sehr angenehm, da man nicht in der prallen Sonne laufen muss. Die Tagesausflüge nach Pisa, Modena und Parma haben uns viel Spaß gemacht.
Muss man selber nicht mehr hinfahren bei der Detaildichte der Beschreibungen und lernt die Orte dennoch kennen als wäre man tatsächlich da gewesen
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