Mit dem Zug nach und durch Schottland

Nachdem wir vor ein paar Jahren über eine Zugreise von Paris über London nach Schottland gelesen hatten, stand eine Schottlandreise auf unserer Liste. 2026 war es endlich soweit. Von Paris nach London fährt der Eurostar. Dieser fährt auch von Brüssel aus, was für uns sinnvoller war. Von Frankfurt aus ging es also zunächst nach Brüssel. Mit dem ICE dauerte die Fahrt drei Stunden. In Brüssel Midi folgten wir den Schildern zum Channel Terminal. Ab hier fühlten wir uns eher wie auf einem Flughafen und nicht wie an einem Bahnhof. Nach der Ticketkontrolle folgte die Sicherheits- und Passkontrolle. Da Großbritannien nicht mehr in der EU ist, benötigt man ein Visum. Dies bekommt man unkompliziert über die britische Regierung. Man sollte aufpassen, dass man nicht auf betrügerischen Seiten landet. Wir haben die offizielle App der britischen Regierung installiert und hatten nach ein paar Minuten unser Visum. Wir zahlten £20 / 23,88€.

Nach der Passkontrolle kommt man in einen Duty Free Shop und anschließend in einen Wartebereich, beides auch eher wie am Flughafen.

30 Minuten vor Abfahrt begann das Boarding. Wir fanden unseren Wagon und unsere Plätze ziemlich schnell und machten es uns bequem. Bei Eurostar Plus ist eine Mahlzeit inklusive und so bekamen wir bald ein Mittagessen serviert. Wir hatten die Auswahl zwischen einem Gericht mit Hühnchen und einem vegetarischen Gericht. Dazu gab es ein Getränk. Alles wurde auf Porzellan mit normalem Besteck serviert. Uns hat es gut geschmeckt. Zwar fühlte es sich weiterhin an wie im Flugzeug, auch weil das Zugpersonal mit ähnlichen Servierwagen vorbei kam, aber es isst sich deutlich bequemer im Eurostar als im Flugzeug.

Die Fahrt von Brüssel nach London dauert lediglich 2 Stunden und die Fahrt durch den Eurotunnel nur ca. 25 Minuten. Und wenn es der Zugführer nicht ansagen würde, würde man es für einen „normalen“ Tunnel halten. Die gesamte Fahrtzeit von Frankfurt nach London (inklusive gut einer Stunde Umsteigezeit in Brüssel) betrug bloß 5,5 Stunden.

Die Eurostar Züge kommen am Bahnhof St. Pancras International in London an. Direkt daneben, mit gemeinsamen Undergroundbereich, liegt der Bahnhof King’s Cross. Von hieraus fahren die Züge nach Edinburgh.

Wir wollten erst am nächsten Tag weiterfahren, deshalb hatten wir uns ein Hotel in der Nähe der Bahnhöfe gebucht. Am nächsten Morgen frühstückten wir am Bahnhof King’s Cross und fuhren um 10:30 Uhr mit dem Zug Richtung Edinburgh. Die Zugfahrt dauert gut vier Stunden und wir haben sie sehr genossen, weil man bereits einen Eindruck von der schottischen Landschaft bekommt.

Wir blieben ein paar Tage in Edinburgh (Bericht folgt) und fuhren dann weiter nach Aberdeen (auch hier folgt ein Bericht). Die Zugtickets hatten wir im Voraus über die App der schottischen Bahngesellschaft Scotrail gekauft, so dass wir reservierte Plätze hatten. Die Fahrt dauerte 2,5 Stunden und kostete ca. 40€. Die Strecke hat uns viel Spaß gemacht, denn sie führt an der Küsten entlang, so dass man tolle Ausblicke auf raue Küstenabschnitte hat. Z.T. fährt man aber auch weiter im Landesinneren. Hier sind uns viele Rinder- und Schafherden aufgefallen.

Von Aberdeen aus ging es am nächsten Tag weiter nach Inverness. Diese Fahrt dauerte etwas weniger als 2,5 Stunden. Die Strecke führt durch das Landesinnere in die Highlands. Auch hier sahen wir wieder viele Rinder- und Schafherden. Einmal kamen wir auch an gelagerten Whisky Fässern vorbei.

Auch in Inverness blieben wir eine Nacht (auch dazu wird es einen Bericht geben). Da wir wieder zurück nach London mussten, um mit dem Eurostar nach Hause zu fahren, stiegen wir in Inverness abends in den Caledonian Sleeper. Dies ist ein Nachtzug, der auf mehreren Strecken durch Schottland fährt, bevor er an einer Stelle zusammen gefügt wird und bis nach London fährt. Gegen 20 Uhr trafen wir am Bahnsteig ein und meldeten uns beim Zugpersonal an. Wir hatten eine Kabine der Klasse Club En-suite gebucht. Diese ist ähnlich wie die Kabinen in den älteren ÖBB Zügen, d.h. es gibt ein Stockbett. Im Gegensatz zum ÖBB sind aber alle Kabinen mit einem eigenen Bad ausgestattet. Das Waschbecken ist allerdings in der Kabine. Generell fanden wir die Kabine ziemlich eng. Wir hatten Mühe, unsere Koffer unterzubringen. Aber irgendwie haben wir es hinbekommen.

Wie auch beim ÖBB ist das Frühstück inklusive. Wir wählten aus, was wir wollten und hängten den Zettel an die Tür. Man hatte die Wahl zwischen Zimmerservice oder Frühstück im Speisewagen. Wir entschieden uns für Zimmerservice, beschlossen aber, uns den Speisewagen anzuschauen. Wir mussten durch einige Wagons laufen, bis wir ankamen. Aber dann hatten wir Glück und ergatterten die letzten zwei Plätze. Wir bestellten uns etwas zu trinken und genossen es, dort zu sitzen.

Am nächsten Morgen klopfte es irgendwann und unser Frühstück stand in Papiertüten vor unserer Tür.

Pünktlich um 8 Uhr kamen wir in London Euston an. Trotz der engen Kabine haben wir die Fahrt genossen. Es ist toll, dass jede Kabine ein eigenes Bad hat. Sehr gefreut haben wir uns über den Speisewagen. Sollten wir nochmal mit dem Caledonian Sleeper fahren, frühstücken wir eventuell lieber dort.

Da wir keine Erfahrung mit der Pünktlichkeit des Caledonian Sleepers hatten, hatten wir unseren Urlaub so geplant, dass wir noch zwei Nächte in London verbrachten. Dann ging es mit dem Eurostar zurück nach Brüssel. Im Bahnhof St. Pancras International fanden wir das Channel Terminal und wieder hatten wir eher ein Flughafen-Gefühl als ein Bahnhof-Gefühl. Da wir den Zug um 9 Uhr nahmen, gab es diesmal Frühstück im Zug. Wir wählten ein Blätterteigteilchen, dazu gab es Joghurt mit Rhabarber und Kaffee. Wir hatten zwar leider keinen guten Blick nach draußen, aber da die Fahrt nicht lange dauerte, machte uns das nichts aus. In Brüssel hatten wir 25 Minuten Zeit zum Umstieg. Der Eurostar hatte etwas Verspätung, daher kam die Ansage vom Zugführer, wir sollten im Zug schon ganz nach vorne laufen, um bei der Ankunft Zeit zu sparen. Wir folgten der Empfehlung und beeilten uns außerdem in Brüssel beim Umstieg und erwischten unseren ICE ganz bequem. Wer nicht so gut zu Fuß ist, sollte allerdings etwas mehr Zeit einplanen für den Umstieg. Von Brüssel ging es nach Köln und von dort aus weiter nach Frankfurt.

Unsere Zugreise nach und durch Schottland hat uns viel Spaß gemacht. Insgesamt hat alles sehr gut geklappt. Die Fahrt mit dem Eurostar war ein kleines Abenteuer, da es das erste Mal war. Wir können uns aber sehr gut vorstellen, das zu wiederholen. Die Fahrten innerhalb Schottlands haben uns viel Freude bereitet, weil wir die Landschaft genießen konnten und so einen Eindruck vom Land bekommen haben, ohne dass sich einer auf die Straße konzentrieren musste. Auch den Caledonian Sleeper würden wir wieder nehmen, trotz enger Kabine. Insgesamt können wir unsere Reise genauso weiter empfehlen.

2 Kommentare

  1. Ich lese immer alle Reiseberichte!👍Leider habe ich schon lange keinen Kommentar mehr abgegeben😔 Es sind immer interessante Berichte und mit vielen Fotos untermalt! Vieles kenne ich aus eigenen Reisen und folge Deinen Berichten mit viel Aufmerksamkeit! Danke 🙏 weiter so, ich bin eine treue Leserin! Gerlinde 😘

    Like

Schreibe einen Kommentar